INTERNET WORLD Business Logo Abo
Marktguru

Digitale Prospekte Marktguru führt Cashback-Funktion ein

Marktguru
Marktguru

Die digitale Prospektplattform Marktguru arbeitet an der nächsten Entwicklungsstufe ihrer App. Jetzt kommt sie mit einer Cashback-Funktion. Erster Kunde ist die Marke Volvic.

Die Suche nach Sonderangeboten zählt zu den beliebtesten Hobbys der Deutschen. Ähnlich wie das Grillen im Sommer oder das Fußballgucken ist auch die Schnäppchenjagd eine weitverbreitete Freizeitbeschäftigung im Lande. Entwicklungen wie der Cyber Monday oder der Black Friday sind aktuelle Bestätigungen dieses Trends, der sich beispielsweise auch in einer wachsenden Zahl von stationären Billigketten manifestiert.

Der Werbeindustrie beschert diese unstillbare Nachfrage nach Rabatten seit Jahrzehnten ein schönes Einkommen. Täglich werden von Handelsketten und Discountern verschiedenste Beilagen, Prospekte und Anzeigen gedruckt sowie Newsletter, Display Ads und Push Notifications verschickt. Ein tragende Rolle in diesem vielstimmigen Konzert spielen inzwischen auch sogenannte digitale Prospektplattformen. Auf ihnen werden die Angebote der Handelsketten zusammengefasst und online in übersichtlicher Form präsentiert. Eine Studie zeigte kürzlich, warum die User diese Portale gerne besuchen. Die Hälfte von ihnen sagte, sie sei auf der ­Suche nach Schnäppchen.

Kaufda hat die Gattung gegründet

Das vor neun Jahren gegründete Portal Kaufda kann von sich in Anspruch nehmen, diese Gattung im Internet entwickelt zu haben - allerdings steht das Projekt derzeit vor einer unsicheren Zukunft, weil Mehrheitsaktionär Axel Springer das Interesse zu verlieren scheint. Weitere Player sind die Verbraucher-App Barcoo und die Prospektplattform Marktjagd, die seit rund einem Jahr gemeinsam agieren. Im April 2016 trat zudem die digitale Prospektplattform Marktguru auf den Plan, ein Start-up aus Österreich, bei dem die zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehörende Seven­One Media mit 90 Prozent einstieg. Seitdem bemüht sich der Medienkonzern, mit seiner geballten Power die Bekanntheit  der App zu steigern, unter anderem mit TV-Spots auf den eigenen Sendern.

Das zeigt Wirkung: Rund 1,5 Millionen Mal wurde die Marktguru-App inzwischen heruntergeladen, wobei der Anteil der aktiven Nutzer erstaunlich hoch ist. Rund 750.000 User rufen die App mindestens einmal im Monat auf und blättern in den digitalen Prospekten von Apollo, Lidl und Co: 95 Händler sind dort präsent.  In der Martkguru-App kann der User auch nach Produkten suchen. Gibt er in den Suchschlitz beispielsweise "Naviga­tionsgerät" oder auch nur "Cola" ein, wird ihm gezeigt, welcher Händler in der ­Umgebung in einem seiner aktuellen Pros­pekte diese Produkte gerade bewirbt. "Rund zwei Drittel der User blättern die Prospekte auf ihrem Smartphone durch", sagt Patrick Dainese, Gründer von Marktguru und einer der beiden Geschäftsführer. "Ein Drittel nutzt gezielt die Suche."

Angebot wird um PWA und Cashback erweitert

Für die Händler ist die Präsenz auf der Plattform zunächst einmal kostenlos. Gebühren werden erst dann fällig, wenn der User eine der Angebotsseiten öffnet. "Die Abrechnung", so Marc-Etienne Geser, ebenfalls Geschäftsführer, "erfolgt grundsätzlich Performance-orientiert." Will der Händler bei einer etwaigen Suche im Ranking weiter oben erscheinen, so muss er das ebenfalls bezahlen.

In den vergangenen Monaten haben die Manager Dainese und Geser intensiv an der nächsten Entwicklungsstufe ihrer App gearbeitet. Seit einigen Tagen ist die Anwendung auch als Progressive Web App (PWA) verfügbar. Technisch gesehen handelt es sich dabei um eine App-Form, in der viele die Zukunft sehen: Sie muss nicht mehr im Store herunter­geladen werden, sondern wird über die Google-Suche ­gefunden und kann sofort verwendet ­werden. Und auch das Angebot von Marktguru wurde erweitert: Die App hat jetzt eine Cashback-Funktion.

Die User können damit also nicht nur in den Angeboten der Discounter und Handelsketten stöbern, sondern sich nach dem Einkauf einer Reihe von bestimmten Produkten das Geld hinterher auszahlen lassen. Dazu müssen sie sich ­bei Marktguru registrieren und nach dem Einkauf den Kassenzettel (oder den Part, auf dem das Produkt aufgeführt ist) abfotografieren und dann über die App hochladen. Ab ­einem Betrag von zehn Euro wird das ­gesparte Geld dem Verbraucher zurückerstattet.

Marktguru übernimmt Clearing-Prozess

Das Unternehmen Danone ist mit Volvic der erste Markenartikler, der von dieser Cashback-Funktion Gebrauch macht. Volvic bietet derzeit in einer Geld-zurück-Aktion 20 Prozent auf die Wasser seiner Starwars-Edition. "Wir übernehmen den gesamten Clearing-Prozess, egal ob große Einzelhandelsketten, eine Tankstelle oder ein Tante-Emma-Laden", sagt Marc-Etienne Geser, "und wir erweitern damit auch ­unser Vermarktungsangebot."

Der Manager ist fest davon überzeugt, dass sich diese Anwendung auf breiter Front durchsetzen wird. Schließlich, so Geser, erhalte der Handel über die Cashback-Funktion ein direktes Kundenfeedback auf seine Aktionen. Er weiß damit ­genau, in welchem Markt die beworbenen Produkte gekauft werden. Für die SevenOne-Tochter Marktguru ist das Geschäftsfeld noch aus einem ­anderen Grund vielversprechend. Man will damit die Etats für die Werbekostenzuschüsse der Handelsketten anzapfen - und diese sind getrennt von den üblichen Werbeetats.

Das könnte Sie auch interessieren