INTERNET WORLD Business Logo Abo
marissa-mayer

Q2/2016 Yahoo: Tiefrote Zahlen wegen Tumblr-Abschreibung

Yahoo-Chefin Marissa Mayer: Von der Reformerin zum Sündenbock

Yahoo

Yahoo-Chefin Marissa Mayer: Von der Reformerin zum Sündenbock

Yahoo

Wieder tiefrote Zahlen für Yahoo: Die Tumblr-Abschreibung sorgt für hohe Verluste beim Internet-Pionier Yahoo. Es könnten die letzten Quartalszahlen als eigenständiges Unternehmen sein.

In seinen möglicherweise letzten Quartalszahlen als eigenständiges Unternehmen hat der Internet-Pionier Yahoo wieder einen dicken Verlust präsentiert. Im vergangenen Quartal gab es einen Verlust von 440 Millionen US-Dollar (397 Millionen Euro) nach einem Minus von 22 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor, wie Yahoo nach US-Börsenschluss am Montag mitteilte. Auslöser war eine rund 480 Millionen schwere Abschreibung auf die Blog-Plattform Tumblr.

Yahoo hatte Tumblr 2013 für rund eine Milliarde US-Dollar gekauft. Der Plan der Firmenchefin Marissa Mayer war, damit mehr junge Nutzer anzulocken. Bereits Anfang des Jahres schrieb Yahoo aber rund 230 Millionen US-Dollar auf Tumblr ab, jetzt sind mehr als zwei Drittel vom Kaufpreis aus den Büchern raus.

Umsatz und operatives Ergebnis

Beim Umsatz legte Yahoo um fünf Prozent auf gut 1,3 Milliarden US-Dollar zu und übertraf damit die Erwartungen der Börsianer. Auch beim operativen Ergebnis schnitt Yahoo über den Analystenprognosen ab. Die Aktie legte nachbörslich leicht zu.

Zieht man vom Umsatz zugleich die Beträge ab, die an Partner gehen, dafür dass sie Geschäft zu Yahoo bringen, bleiben Erlöse von gut 841 Millionen US-Dollar übrig. Das war ein Fünftel weniger als vor einem Jahr. Zu solchen Partnern gehört unter anderem der Browser Firefox, der in den USA standardmäßig Yahoo als Suchmaschine integriert.

Mayer als Sündenbock

Der früheren Google-Managerin Mayer, die vor rund vier Jahren als Reformerin kam, war es nicht gelungen, die Werbeerlöse in Schwung zu bringen. Zugleich hob sie hervor, dass in neuen Bereichen wie Videowerbung und Anzeigen auf mobilen Geräten die Umsätze um ein Viertel auf gut eine halbe Milliarde US-Dollar zulegten.

Angesichts des laufenden Verkaufs könnten es die letzten Quartalszahlen von Yahoo als eigenständiges Unternehmen sein. Nach Medienberichten geht der Verkaufsprozess auf die Zielgerade. Als aussichtsreichster Anwärter gilt der Telekommunikations- und Medienriese Verizon. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen gab es keine neuen Angaben dazu.

Yahoo hatte sich zum Verkauf gestellt, nachdem es nicht gelungen war, die Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba steuerfrei für die Aktionäre abzuspalten. Nun soll das Kerngeschäft ausgelagert werden. Nach einem Medienbericht gab es für das Web-Geschäft mehrere Gebote in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar und mehr.

Zuletzt wurde bekannt, dass sich ein Verkauf von Yahoos Kerngeschäft für Mozilla auszahlen könnte. Hintergrund ist ein per Ausstiegs-Klausel gesicherter Deal, der Yahoo als Standardsuche für Firefox vorsieht.

Das könnte Sie auch interessieren