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Datenübergabe Yahoo kooperierte mit NSA unter Druck

shutterstock.com/Ken Wolter
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Millionen von Nutzer-E-Mails wurden von Yahoo im Auftrag der US-amerikanischen Sicherheitsbehörde NSA gescannt. Dem Internetunternehmen drohten bei Kooperationsverweigerung massive Geldstrafen.

Nach der Enthüllung, dass Yahoo im vergangenen Jahr eine eigens entwickelte Software zum Scannen von mehreren Millionen E-Mails für die NSA eingesetzt hat, wurden jetzt weitere Details über die Zusammenarbeit des Internetunternehmens und der US-Sicherheitsbehörde bekannt. Aus jetzt veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass Yahoo massive Geldstrafen angedroht wurden, um die Kooperation zu erzwingen, so die New York Times

Schon in den Jahren 2007 und 2008 war Yahoo demnach unter Druck gesetzt worden, Nutzerdaten an die Behörden weiterzugeben. Bis zu 250.000 US-Dollar Geldbuße pro Tag drohten bei Nichtkooperation. Die Informationen stammen aus einem jetzt veröffentlichten Gerichtsverfahren zwischen Yahoo und dem Foreign Intelligence Surveillance Court.

Einzelfall?

Die jetzt bekannt gewordene Zusammenarbeit von Yahoo mit den Behörden bei der Überprüfung von eingehenden Nutzer-E-Mails ist laut Reuters der erste Fall einer bestätigten Kooperation. Was genau die Behörden suchten und welche Daten Yahoo konkret weitergegeben hat, wurde bisher nicht bekannt. 

Obwohl es denkbar sein dürfte, dass auch andere E-Mail-Provider ähnlichen Anfragen von der NSA erhalten haben, erklärten Google und Microsoft, solche E-Mail-Überprüfungen nicht durchgeführt zu haben. Beide Unternehmen wollten jedoch nicht bestätigen, keine entsprechenden Anfragen von Seiten der Behörden erhalten zu haben.

In Sachen Datenschutz stand Yahoo erst kürzlich im Kreuzfeuer der Kritik: Ende September 2016 war bekannt geworden, dass dem Unternehmen schon vor zwei Jahren die Daten von 500 Millionen Nutzern gestohlen worden waren.

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