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MyVideo wird zum "Sender"

MyVideo wird zum "Sender" TV-Formate im Web

Im Web werden Nischeninhalte zum Mainstream. ProSiebenSat.1 will aus der Not eine Tugend machen und kündigt an, TV-Inhalte auch auf dem hauseigenen Videoportal MyVideo auszustrahlen und erst nach der Webpremiere ins Fernsehen zu übernehmen.

Angesichts der Tatsache, dass vor allem jüngere Medienkonsumenten immer stärker dazu tendieren, Bewegtbildinhalte im Web und nicht im Fernsehen abzurufen, will die Sendergruppe ProSiebenSat1 Nischeninhalte in Zukunft verstärkt und exklusiv im Internet ausstrahlen. Das hauseigene Videoportal MyVideo soll der "fünfte Sender" werden, so ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling im Handelsblatt.

Bisher laufen US-Serien bereits bei MyVideo. Geplant sei, solche Formate exklusiv im Web einzuführen und nach erfolgreicher Ausstrahlung dort auch ins Fernsehen zu übernehmen. Damit können nicht nur die internetaffinen Youngster erreicht werden, sondern auch eine spätere Übernahme ins Mainstream-TV der etablierteren Altersgruppen sei möglich. Dem Fernsehen kommt dabei eher die Rolle eines Seniorenheimes zu: Die älteren Zuschauer, die nach wie vor im Fernsehen Bewegtbildinhalte verfolgen, sollen am heimischen TV bedient werden.

Die Zielgruppenaufsplittung könnte für Werbekunden interessant werden: Allein anhand Altersklassen können Werbeblöcke in Web und TV ganz speziell geschaltet werden. Denn auch auf MyVideo werden die Serien mit Werbeunterbrechungen ausgestrahlt.

MyVideo ist bei deutschen Onlinekonsumenten beliebt: Die Plattform liegt laut aktuellen Zahlen von ComScore an mit 14 Millionen Besuchern auf Platz zwei des Rankings der Online-Video-Plattformen. Das Videoportal hat auch eine eigene iPad-App zu bieten, mit der das TV-Feeling auf's Tablet gebracht wird.

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