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Youtube-TV Mit Nischensendern Geld verdienen

Mit 60 neuen Nischenkanälen baut Youtube sein Angebot weiter aus. 

Mit 60 neuen Nischenkanälen baut Youtube sein Angebot weiter aus. 

Die Videoplattform Youtube will dem klassischen Fernsehen verstärkt Konkurrenz machen und startet 60 neue Kanäle, von denen elf aus Deutschland kommen. Dabei finanziert das Unternehmen erstmals auch hierzulande Produktionen vor.

Mit den sogenannten "Original Channels" - virtuellen Programmkanälen mit eigenen Inhalten zu bestimmten Nischenthemen - versucht Youtube, die Zuschauer vom TV-Bildschirm wegzulocken. Youtube setzt dabei auf ein breites und variierendes Themenspektrum und einen Mix aus professionellen Anbietern und Newcomern.

In den USA betreibt Youtube die "Original Channels" bereits seit 2011, nun kommen 60 weitere Kanäle hinzu. Hier sind erstmals auch Youtube-Partner aus Frankreich, Großbritannien und sogar aus Deutschland dabei, wie beispielsweise die Sender "Heartbeat Berlin" (UFA/Fremantle), "High5" (IDG Entertainment Media) oder "Motorvision" (MV Media). Oder die Berliner Band "Onkel Berni", die im eigenen Wohnzimmer eine Late-Night-Show produzieren will.

Die Kanal-Produzenten werden von Youtube übrigens nicht nur an den Werbeeinnahmen beteiligt, sondern erhalten außerdem finanzielle Vorschüsse, um Inhalte zu produzieren. Diese bleiben dabei Eigentum der Produzenten, Youtube erhält allerdings für ein Jahr die exklusiven Rechte an dem Material.

Und das Konzept scheint aufzugehen: In den USA können längst dutzende Künstler sowie kleinere Produktionsfirmen gut von den Werbeeinnahmen leben und beweisen damit, dass man auch mit Nischenkanälen gut Geld verdienen kann.

Dazu gehört allerdings mehr, als nur Videomaterial zu liefern: Als Kanalbetreiber müsse man selbst zum Unternehmer werden, seine eigene Fanbasis schaffen und seinen Kanal selbst in den sozialen Netzwerken bewerben, verrät Youtube-Vizepräsident Robert Kyncl. Für klassische Produzenten bedeute das ein echtes Umdenken: Sie müssten nun Aufgaben übernehmen, die sonst die TV-Sender für sie erledigt hätten.  

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