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Thomas Wagner

ProSiebenSat.1-Vermarkter SevenOne Media präsentiert neue Sales-Struktur

Thomas Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung SevenOne Media

SevenOne Media

Thomas Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung SevenOne Media

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Knapp einen Monat vor der dmexco präsentiert die SevenOne Media, die Vermarktungssparte des ProSiebenSat.1-Konzerns, eine neue strategische Sales-Struktur. Im Kern geht es darum, Werbekunden und Agenturen TV- und Digital-Services aus einer Hand anzubieten.

Alles neu bei SevenOne Media - zumindest in Sachen Sales: Der ProSiebenSat.1-Vermarkter gibt eine neue, große strategische Ausrichtung seiner Vertriebsaktivitäten bekannt. In den kommenden 14 Tagen soll der Rollout der neuen Sales-Struktur stattfinden, ehe man dann am 1. September offiziell startet.

Künftig will man sämtliche Sales-Aktivitäten des ProSiebenSat.1-Konzerns im Werbemarkt innerhalb der SevenOne Media bündeln. "Wir haben uns in den vergangenen 12 Monaten intensiv intern und extern beraten und über 180 Experten-Interviews eingeholt. Dabei haben wir ausgiebig mit den Marktplayern gesprochen", so Sabine Eckhardt, Vorstand Sales und Marketing ProSiebenSat.1.

TV und Digital aus einer Hand

"Vereinfacht gesagt, ist es unser übergeordnetes Ziel, TV und Digital aus einer Hand anzubieten. Das heißt, es wird künftig für Advertiser keine separaten Ansprechpartner mehr geben, sondern einen dedizierten Hauptansprechpartner, der diese in allen Belangen und für alle Produkte aus einer Hand berät. Im Agenturbereich ziehen wir TV und Digital stärker unter einer gemeinsamen Führung zusammen, um auch hier eine ganzheitliche Betreuung sicher zu stellen", erklärt Thomas Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung SevenOne Media, das neue Konzept.

Für Spezialthemen wie Programmatic, Addressable TV Data oder individuelle Kommunikationslösungen würden Experten aus den jeweiligen Fachbereichen hinzugezogen.

Aufteilung in zwei Säulen

Neu ist zudem die Aufteilung des Vertriebs in die beiden Säulen Agentur-Betreuung und Client-Betreuung. Den ersten Bereich verantwortet Thomas Wagner, den zweiten Thomas Port, ebenfalls Geschäftsführer SevenOne Media.

"Zu unseren Kunden zählen nach wie vor Werbungtreibende und Agenturen. Wir wollen erstere künftig noch besser verstehen und betreuen sowie den direkten Kontakt fördern und daher intensiver mit ihnen zusammenarbeiten. Das heißt aber nicht, dass wir ein Direktkundengeschäft an den Mediaagenturen vorbei vorantreiben", betont Port.

Wenn es um die Client-Betreuung geht, sorgt sich der Geschäftsführer neben den großen Werbungtreibenden auch um den Mittelstand, wie etwa Brauereien und Getränkehersteller, Auto- oder Möbelhäuser. "Die Kosten explodieren gerade hier, es gibt zu viele Dienstleister und Anbieter, die an der Wertschöpfungskette beteiligt sind. Hier wollen wir gemeinsam Effizienzen heben, Kosten verringern und holistische Betreuungen anbieten", erklärt Port seinen neuen Aufgabenbereich.

Technologie auf allen Ebenen

Altes und neues Schlagwort für die Vermarktung bei ProSieben ist AdTech. Ziel des Unternehmens ist es, "ein Ökosystem führender Technologie-Anbieter und Plattformen aufzubauen, um Agenturen, Werbetreibenden und Publishern eine starke und unabhängige Alternative zu globalen Playern zu bieten."

Dazu wurde in den vergangenen Monaten bereits eifrig zugekauft, mit esome holte man sich im Dezember 2017 einen großen Social-Media-Spezialisten ins Boot, BuzzBird kann Influencer Marketing und die Virtual Mind-Gruppe indes ist einer der Vorreiter im Programmatic Advertising-Markt. Um Werbungtreibenden auch entsprechende Audiences, Zielgruppen-Segmente, bieten zu können, schnappte sich der Konzern Anfang des Jahres Kairion - einen E-Commerce-Vermarkter, der zielgruppengenaue Ansprachen auf Basis tatsächlichen Kaufinteresses mit Expertise im Data-Bereich vereinen will.

Da der Fokus von ProSiebenSat.1 nach wie vor auch auf TV liegt, will man auch hier die Verknüpfung mit digitalen Werbetechnologien schaffen. So soll in Zukunft Programmatic Advertising auch den Weg auf die großen Screens finden. Hier heißt das Stichwort Addressable TV. Zudem will man sich auf den Aufbau neuer und bestehender Datenallianzen fokussieren. Aktuell mangelt es ProSieben diesbezüglich nicht an Partnern, zu nennen sind hier beispielsweise Zalando, die Retail Media Group (RMG), RTL, Burda oder die European Net-ID Foundation.

Die Drei-Säulen-Strategie

Ende Dezember 2017 startete der erste große Umbau des Medienkonzerns. Damals gab die Gruppe bekannt, ab Januar 2018 mit den neuen Geschäftsbereichen "Entertainment", "Content Production & Global Sales" und "Commerce" auf eine Drei-Säulen-Strategie zu setzen und das lineare TV-Geschäft mit der Digital-Entertainment-Sparte zusammenzulegen. Das heißt: Man will Programminhalte plattformunabhängig bereitstellen und Content universell vermarkten. Im Rahmen dieser Neuaufstellung soll die Gruppe Einsparpotenziale von über 50 Millionen Euro netto bis 2019/2020 realisieren. Diese könnten dann trotz weiterer Investitionen in das Programm sowie in Bereiche wie AdTech und Data eine verbesserte Kostenentwicklung im Segment Entertainment mit sich bringen.

Bis indes die neue Sales-Struktur reibungslos läuft und angenommen wird, wird es ein paar Wochen dauern, meint Sabine Eckhardt. "Ich rechne aber damit, dass wir bis Ende des Jahres alle etwaigen Kinderkrankheiten behoben haben."

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