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SEO-Strategie für Shops Wie Web-Händler die richtigen Keywords finden

Shutterstock.com/Wilm Ihlenfeld
Shutterstock.com/Wilm Ihlenfeld

SEO ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Online-Shops. Am Beispiel eines (fiktiven) Sportschuhversenders beschreibt INTERNET WORLD Business die richtige Strategie für den Einstieg.

Von Markus Siek

Wer online shoppt, startet seine Einkaufstour meistens bei Google. Einfach eingeben, wonach man sucht, und schon bekommt man als Treffer die Shops angezeigt, die die entsprechenden Produkte führen. Für Webshop-Betreiber ist es folglich Gold wert, hier prominent gelistet zu werden. Jede Positionierung auf der ersten Google-Suchergebnisseite (Search Engine Result Page = SERP) sorgt für eine hohe Klickwahrscheinlichkeit. Und jeder Klick ist gleichbedeutend mit einem potenziellen Einkauf.

Wie wichtig es ist, bei thematisch passenden Suchanfragen von Google weit oben gelistet zu werden, zeigt eine Untersuchung des Suchmaschinenoptimierers Slingshot SEO. Demnach klicken 18,2 Prozent aller Nutzer auf das oberste Suchergebnis auf der ersten SERP. Platz 10 auf der ersten Seite findet nur noch ein Prozent der Besucher klickwürdig - die Ergebnisse für die zweite und alle folgenden Seiten schneiden noch weit schlechter ab. Um von Google im entscheidenden Moment weit vorn platziert zu werden, muss die Website den Inhalt bieten, nach dem der Nutzer sucht - und Google muss diesen Inhalt optimal erkennen und zuordnen können. Das ist das Ziel von SEO (Search Engine Optimisation), also Suchmaschinenoptimierung.

Die Sichtbarkeit seines eigenen Online-Shops bei Google zu überprüfen und zu optimieren, ist eine der entscheidenden Aufgaben, um im E-Commerce langfristig erfolgreich zu sein. Nur wie überprüft man diese Sichtbarkeit? Einfach selbst googeln? Daraus lassen sich keine Schlüsse ziehen. Google liefert jedem Nutzer individuelle Suchergebnisse.

Das tatsächliche Ranking hängt unter anderem davon ab, wer an welchem Ort, mit welchem Browser und welchem Endgerät eine Suchanfrage durchführt. Shop-Betreibern, die ihren Shop selbst oft aufrufen, liefert Google fast immer ein viel zu rosiges Bild der Situation, denn auch die eigene Such-Historie wird herangezogen, wenn es darum geht, den Nutzer das zu liefern, was ihn (vermeintlich) am meisten interessiert. Und beim Ranking-Check auf eigene Faust bliebe auch noch eine Frage unbeantwortet: Wonach suchen meine Kunden eigentlich konkret?

Unterscheidung der Keyword-Typen

Wie werden die Suchergebnisse geklickt?

Slingshot SEO

 Wenn Online-Shopper Google nutzen, suchen sie entweder anhand generischer Suchbegriffe (Laufschuhe), mittels konkreter Produktbezeichnungen (zum Beispiel Asics Gel-DS Trainer 19 Neutral) oder sogenannter Long Tail Keywords (Laufschuhe günstig online kaufen). Als Betreiber eines Webshops für Sportausrüstung wäre es demnach Ihr Ziel, bei allen drei Suchvarianten gute Platzierungen zu erreichen. Zielseiten für die konkreten Suchanfragen sind die jeweiligen Produktdetailseiten in Ihrem Shop.

Generische Suchbegriffe und Long Tail Keywords führen hingegen in der Regel eher zu Kategorieseiten, speziell für Google erstellte Landing Pages oder zur Startseite Ihres Online-Shops. Folglich ist die Suchmaschinenoptimierung keine Aufgabe nur für die Shop-Startseite, sie betrifft jede einzelne Unterseite Ihres Internet-Auftritts.

Die Ist-Analyse: Wo steht mein Shop?

Der erste Schritt bei der Erstellung einer SEO-Strategie ist die Bestandsaufnahme. Welche Begriffe geben Kunden ein, die über Google in meinen Shop gelangen? Einen ersten Anhaltspunkt liefern die kostenlosen Google Webmaster Tools. Hier können Sie sich anzeigen lassen, nach welchen Begriffen Ihre Besucher bei Google gesucht haben. Außerdem finden Sie dort die Anzahl der Impressionen pro Suchbegriff, Ihre durchschnittliche Platzierung in den SERPs bei diesen Suchbegriffen und die Klickrate. Die Daten in den Google Webmaster Tools sind zwar weder vollständig noch tagesaktuell - hilfreich sind sie trotzdem.

Wonach suchen potenzielle Kunden

Der Keyword-Planer hilft, mögliche interessante Keywords für spezielle Landing Pages im Shop aufzuspüren

Screenshot

 Einen wesentlich detaillierteren Überblick, wie potenzielle Kunden über Google in den Shop finden, liefern die eigenen Auswertungen der Suchmaschine. Mit einem kostenlosen Google Adwords-Konto haben Sie Zugriff auf den Keyword-Planer. Das Tool soll eigentlich dabei helfen, effiziente Kampagnen mit Adwords-Suchanzeigen zu erstellen, es ist aber auch für die SEO-Analyse sehr hilfreich.

So können Sie zu jedem beliebigen Keyword das entsprechende Suchvolumen bei Google aufrufen. Damit erfahren Sie beispielsweise, dass durchschnittlich pro Monat 27.000 Nutzer den Begriff "Laufschuhe" googeln. "Günstige Laufschuhe" geben hingegen nur 720 Nutzer pro Monat ein. Im gleichen Zug zeigt Ihnen der Keyword-Planer an, wie groß der Wettbewerb wäre, wenn Sie für dieses Keyword eine Adwords-Kampagne einrichten würden.

Ebenfalls sehr nützlich ist der Keyword-Planer, um sich Ideen für neue, interessante Keywords zu holen. Die Auswertung ergibt dann etwa, dass "Laufschuhe billig" nur 110 Nutzer pro Monat als Suchbegriff eingeben, während "Laufschuh" 880 Mal gegoogelt wird.

Beide Google-Anwendungen sind demnach äußerst nützlich: Während die Informationen der Google Webmaster Tools Ihnen zeigen, wo Sie derzeit in puncto SEO stehen, helfen Ihnen die Erkenntnisse aus dem Keyword-Planer festzulegen, welche Ziele Sie sich für Ihren Shop setzen sollten. Um den eigenen Online-Shop für Google zu optimieren, muss schließlich erst einmal definiert werden, auf welche Keywords Ihre Seiten ausgerichtet werden sollen.

Mehr als die reine Produktbezeichnung

Bei den Produktdetailseiten ist das erste wichtige Keyword die konkrete Produktbezeichnung. Optimieren lässt sich der Google-Traffic jedoch auch noch dadurch, dass die Texte auf der Seite auf artverwandte Keywords ausgerichtet sind - also auf Suchbegriffe, die in diesem Zusammenhang häufig eingegeben werden. Im Fall der Asics-Laufschuhe wären dies etwa die Suchbegriffe "Asics Gel Kayano" mit 3.600 Treffern und "Asics Gel" mit 2.400 Treffern pro Monat.

Hier würde eine entsprechende Infobox zu diesem Thema zusätzliche potenzielle Käufer anlocken, Sie könnte dann etwa erklären, dass Asics eine Serie mit Laufschuhen hat, die unter der Zusatzbezeichnung Kayano vertrieben aufzuspüren wird. Eine Infobox zum Hersteller "Asics" - mit selbst verfasstem Text - könnte darüber hinaus den einen oder anderen Besucher bescheren.

Kategorieseiten für generische Begriffe

Bei generischen Suchbegriffen mit großem Traffic-Potenzial ist es für kleine Webshops fast unmöglich, auf die Seite 1 der SERPs zu gelangen

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 Kategorieseiten werden in der Regel für generische Suchbegriffe optimiert. Kleine Online-Shops haben hier in den meisten Fällen keine Chance, gegen Branchengrößen wie eBay, Amazon und Co. zu bestehen. Folglich sind die besten Platzierungen auf der ersten SERP-Seite kaum erreichbar. Glücklich kann sich schätzen, wer in seinem Shop Produkte anbietet, bei denen die Branchengrößen nicht oder nur mit wenigen eigenen Angeboten vertreten sind. Ist das nicht der Fall, gilt es natürlich trotzdem, die entsprechenden Kategorieseiten bestmöglich zu optimieren. Ist Ihr Shop beim Begriff "Laufschuh" auf Platz 13 statt auf Platz 25 gelistet, werden Sie nämlich schon spürbare Traffic-Unterschiede feststellen können.

Auf den Long Tail spezialisieren

Eine interessante Möglichkeit, sich von den Mitbewerbern abzusetzen, bieten zudem speziell für Google-Nutzer erstellte Landing Pages, die für einzelne Suchbegriffe optimiert wurden. Hier können Sie anhand der Traffic-Daten, die Ihnen der Google Keyword-Planer geliefert hat, attraktive Long Tail Keywords suchen, bei denen der Wettbewerb nicht so groß ist wie bei den generischen Suchbegriffen. Bleiben wir beim Sport-Shop-Beispiel: Landing Pages, die speziell für Basketballschuhe, Handballschuhe, Joggingschuhe etc. erstellt werden, würden Google-Nutzern mit ausführlichen Informationen helfen, die für ihre Sportart optimalen Schuhe zu finden. Die entsprechenden Angebote finden sie natürlich direkt in Ihrem Shop!

Die richtigen Keywords allein reichen noch nicht aus, um auf den Google-Gipfel zu kommen: Dafür müssen Online-Händler ihr Ranking verbessern und die Sichtbarkeit erhöhen.

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