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SEO-Strategie für Shops So kommen Web-Händler auf den Google-Gipfel

Fotolia.com/Maygutyak
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Suchmaschinenoptimierung lässt bei Online-Shops nicht nur die Zahl der potenziellen Kunden steigen, die von Google kommen - die Conversion Rate erhöht sich ebenfalls.

Von Markus Siek

Suchmaschinenoptimierung ist nach wie vor für viele der Versuch, sich durch Manipulationen und Tricks in den Google-Rankings nach oben zu katapultieren. Das aber wird der Komplexität des Vorgangs nicht gerecht, denn immer mehr verschmelzen Online-Marketing, Content-, Usability- und SEO-Optimierung. Eine Suchmaschinenoptimierung für Webshops besthet aus drei Aufgaben:

  • Herausfinden, wonach potenzielle Kunden bei Google suchen.
  • Sorge tragen, dass der eigene Online-Shop bei diesen Suchbegriffen möglichst weit oben rankt.
  • Erhöhen der Klicks auf die eigenen Trefferanzeigen bei Google.

Dabei gilt es, nicht nur relevante Keywords für den eigenen Shop zu finden, um entscheiden zu können, für welche Begriffe die eigenen Seiten optimiert werden sollen. Entscheidend ist auch, diese Optimeirung in der richtigen Weise durchzuführen.

Google nutzt für seinen Ranking-Algorithmus über 200 Kriterien. Dazu zählen beispielsweise Onpage-Faktoren wie die Keyword-Dichte, die Länge des Textes und die interne Verlinkung, aber auch Reaktionen der Nutzer wie die Click-Through-Rate, die durchschnittliche Verweildauer auf einer Seite, die Social Signals (Empfehlungen für die Seite via Facebook, Google+ und Twitter) und die Anzahl der Backlinks. Anhand dieser Daten berechnet Google die Rankings zu jedem Suchbegriff permanent neu.

Was bedeutet Onpage-, was Offpage-Optimierung?

Die entscheidende Aufgabe von SEO ist, anhand der genannten Faktoren die eigenen Seiten so zu optimieren, dass sie im Google-Ranking möglichst weit oben platziert werden. Hierbei wird zwischen Onpage- und Offpage-Optimierung unterschieden. Onpage bezeichnet alle Maßnahmen, die direkt auf den eigenen Seiten durchgeführt werden. Bei der Offpage-Optimierung hingegen wird versucht, durch Berichte (und Links) auf anderen Websites sowie eigene aktive Facebook-, Google+- und Twitter-Profile die Sichtbarkeit der eigenen Website zu erhöhen.

Moderne Shop-Software-Lösungen sind bereits bei der Erstellung neuer Produkt- und Kategorieseiten für eine suchmaschinenoptimierte Formatierung eingerichtet. So werden Klartext-URLs angelegt, eine Sitemap für die Indizierung erstellt, interne Links angelegt, Title- und Headline-Tags zur Optimierung des Contents und des URL-Titels bereitgestellt und die Ladezeit auf ein Minimum reduziert. Damit hilft die Shop-Software, quasi nebenbei die SEO-Basics bei der Einrichtung und Pflege des Online-Shops zu erfüllen. Der Title-Tag ist besonders wichtig, denn er stellt später die Überschrift des Google-Eintrags bei Suchanfragen dar.

Doch das ist nur der Anfang. Eine SEO-Zauberformel oder ein magisches Tool, das automatisch für ein Google-Boosting sorgt, gibt es leider nicht. Stattdessen gilt es, jede einzelne Produktdetailseite, jede Landing Page, Kategorie und natürlich die Startseite unter die Lupe zu nehmen und nach Optimierungspotenzial zu suchen.

Welche Ranking-Faktoren überprüft Google?

Die Top-Ranking-Faktoren

Searchmetrics

 Schaut man sich die Ranking-Faktoren an, die der SEO-Dienstleister Searchmetrics in seiner aktuellen Studie "SEO Rang-Korrelationen und Ranking-Faktoren 2014" ermittelt hat, und vergleicht diese mit den Vorjahresergebnissen, fällt vor allem eines auf: Klassisches SEO-Handwerk wie der Aufbau von Backlinks und die Erstellung von Texten mit optimaler Keyword-Gewichtung ist zwar nach wie vor wichtig, verliert aber an Relevanz.

Stattdessen gewichtet Google immer stärker die User und Social Signals. Wie lange bleiben die Nutzer auf der Seite? Klicken sie auf der Website etwas an oder verlassen sie diese direkt wieder? Und: Wie häufig wird die Seite anderen via Facebook und Co. weiterempfohlen? Nicht die am besten optimierte Website soll bei Google auf Platz eins stehen, sondern diejenige, die für den Nutzer bei seiner Suchanfrage tatsächlich die höchste Relevanz hat.

Bilder und Produkt-Videos

Shop-Betreiber sollten deshalb ihre Seiten nicht primär für Google, sondern für ihre Kunden optimieren. So genügt es auf Produktdetailseiten nicht immer, die Herstellerinformationen zu übernehmen, viel wichtiger ist vielmehr die Frage "Wie kann ich die bestmögliche Website zu diesem Produkt beziehungsweise zu diesem Keyword erstellen?" Hier kommt man dann automatisch zu den Elementen, die auch für das Suchmaschinen-Ranking relevant sind: ausführliche, informative Texte - nutzerfreundlich in kurze Textblöcke gruppiert, und mit Listen und Tabellen angereichert.

Bilder und Produkt-Videos bieten weiterführende Informationen und helfen bei der Kaufentscheidung. Möglich sind zudem Infokästen zu Herstellern oder Hintergrundinformationen zu Produkteigenschaften und -materialien sowie die Einbindung von Nutzerbewertungen. Diese Tipps bekommen Shop-Betreiber auch zu hören, wenn es um die Optimierung von Usability und Conversion eines Webstore geht.

Die Sichtbarkeit erhöhen

Nach wie vor ein wichtiger Faktor der SEO ist die Offpage-Optimierung einer Website. Allerdings geht es hierbei inzwischen weniger darum, möglichst schnell möglichst viele Backlinks zu kaufen, sondern das Ziel sollte sein, die Sichtbarkeit des eigenen Shops durch Beiträge in themenrelevanten Blogs und Nachrichtenportalen zu erhöhen.

Dabei steht nicht primär die Gewinnung von Dofollow-Links im Vordergrund, sondern die Aktivierung potenzieller Neukunden - die wiederum ihrerseits durch positive User und Social Signals zur Verbesserung des Rankings der Shop-Seiten beitragen sollen. Die Backlinks sollten anschließend im optimalen Fall ganz von allein kommen.

Die Suchmaschinenoptimierung eines Online-Shops ist nicht mehr eine Aufgabe, die man einfach an einen externen Dienstleister outsourcen kann. Die SEO-Basics müssen erfolgreich umgesetzt und anschließend muss bei allen Optimierungsaufgaben der Kunde in den Vordergrund gestellt werden: Ist er mit den Inhalten zufrieden, die er zu sehen bekommt, nachdem er bei Google auf Ihren Eintrag geklickt hat, registriert das auch Google - und belohnt mit besseren Rankings.

Kein Wunder also, dass SEO für viele Unternehmen inzwischen hohe Priorität hat. Man kann bei der Optimierung allerdings auch des Guten zu viel tun - und dadurch sogar den gegenteiligen Effekt erzielen. Wie sich das vermeiden lässt, erklären die Experten von eprofessional.

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