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Mann und Frau mit Tablet auf B2B-Schriftzug

Praxistipp Shopsoftware Das passende Shopsystem für B2B-Webshops

Shutterstock.com/vetkit
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Viele Webshop-Systeme haben ihre Wurzeln im B2C-Bereich des E-Commerce. Im Segment für Geschäftskunden ist allerdings einiges anders. Mit diesen Kriterien finden Web-Händler das richtige Shopsystem.

Die meisten Angebote orientieren sich an den Anforderungen, die der E-Commerce mit Endkunden mit sich bringt. Doch Online-Händler, die im B2B-Bereich erfolgreich sein wollen, haben oft andere Ansprüche an ihr Shopsystem. Mit dieser Checkliste von Daniel Hölzer, dem Gründer und Managing Partner der E-Commerce-Agentur Netz98, finden Unternehmen das richtige Shopsystem für den B2B-Commerce:

1. Schnittstellen

Im B2C-Geschäft werden E-Commerce-Plattformen häufig gemeinsam mit den nötigen Backend-Systemen aufgesetzt. Im B2B-Segment müssen sich die Shopsysteme dagegen in der Regel in eine bestehende, komplexe Systemlandschaft rund um ein Warenwirtschaftssystem (ERP) integrieren. Fehlende Schnittstellen und ein zu geringes Integrationsniveau sind deshalb K.-o.-Kriterien. Das bedeutet mitunter großen Aufwand, der sich vermeiden lässt.

2. Architektur

Eine performante und stabile Architektur ist für jeden B2B-Shop eine Grundvoraussetzung. Im Idealfall besteht die Basiskonfiguration aus zwei Frontend-Servern hinter einem Load-Balancer, die auf einen Datenbank-Cluster im Master-Slave-Konstrukt zugreifen. Zusätzlich zur hohen Verfügbarkeit, die damit erreicht wird, reduziert die Trennung von Frontend- und Datenbank-Servern die Angriffsfläche.

3. Performance

Für eine optimale Performance sollte das Shopsystem zudem über intelligente Caching-Mechanismen zur Bereitstellung statischer Inhalte verfügen. Damit sinken die Last der Webserver und die Zugriffszeiten. Änderungen an statischen Inhalten sollten dabei aktiv an das Cache-System weitergegeben werden.

4. Zukunftsfähigkeit

Im B2B ist die Zukunftsfähigkeit der Software ein entscheidendes Kriterium. Über Schnittstellen und Module sollten sich das Shopsystem flexibel an zusätzliche Backend-Systeme (PIM, CRM, Fulfillment) anbinden und sowohl der Funktionsumfang als auch die Leistung für den individuellen Bedarf skalieren lassen.

5. Multistore

Sollen separate Produktportfolios, unterschiedliche Zielgruppen oder Internationalisierungsstrategien über verschiedene Shops abgebildet werden, ist die Unterstützung eines Multistore-Konzepts sehr hilfreich. Über eine zentral gepflegte Installation und einen Datenstamm können Unternehmen so alle ihre Zielmärkte und die dortigen Kunden individuell ansprechen.

6. Modularität

B2B-Plattformen sollen die Effizienz der Vertriebs- und Einkaufsprozesse bei Anbieter und Kunde verbessern. Das Shopsystem muss daher Standardprozesse im B2B abbilden, sich aber auch an die individuellen Workflows der Geschäftspartner anpassen lassen. Ein modularer Aufbau erleichtert das Customizing und senkt im Vergleich zu hochstandardisierten Systemen den Kostenaufwand.

7. Usability

Leistungsfähige und einfach kombinierbare Funktionen für ein einheitliches Frontend, eine intuitive Navigation, schneller Seitenaufbau, eine nutzerfreundliche Produktsuche und -präsentation, ein übersichtlicher Warenkorb und ein einfacher Checkout: Diese im B2C geforderten Eigenschaften eines Shops müssen auch B2B-Plattformen bieten.

8. Sicherheit

Das Shopsystem sollte die Payment Card Industry Data Security Standards (PCI-DSS) und Payment Application Data Security Standards (PA-DSS) erfüllen. Die Einhaltung dieser Richtlinien zur Sicherung von Kreditkartenzahlungen wirkt sich auch positiv auf die Gesamtsicherheit des Systems aus, da damit Datenzugriffe auf ein Minimum reduziert und personenbezogene Daten verschlüsselt werden.

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