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14 gute Ideen zur Webshop-Optimierung

Manchmal genügen schon einfache Kniffe, um Kunden zu begeistern - wir haben uns umgesehen.

Je höher die Zahl der Webshopbetreiber, desto größer die Konkurrenz. Wer auf dem umkämpften E-Commerce-Markt bestehen will, benötigt vor allem einen gut funktionierenden und zudem attraktiven Onlineshop, der die Kunden durch Optik, Usability und nutzerfreundliche Funktionen begeistert. Die Redaktion der INTERNET WORLD Business hat sich umgesehen und die besten Ideen aus angesagten Online-Shops zusammengestellt. Beraten wurden sie dabei von Johannes Altmann, Gründer und Geschäftsführer der Shoplupe GmbH, Miesbach, sowie Usability-Experte, und Ulrich Hafenbradl, Gründer und Geschäftsführer von Trusted Shops. Lassen Sie sich inspirieren!

"Magical Shelf" auf Borders.com

Im Buchladen stöbern, schauen, ob neue Bücher da sind, oder einfach an den Regalen und Auslagen entlanggehen - das macht Spaß. Diese "Stöberstimmung" fehlt meist beim Webeinkauf, denn die Kunden suchen zielgerichtet nach dem Produkt zum besten Preis. Der amerikanische Buchhändler Borders versucht nun, mit dem Relaunch seines Onlineshops auch im Internet die Buchladenatmosphäre aufkommen zu lassen. Das neue Tool heißt "Magical Shelf" und vermittelt den Eindruck, man würde wie im Buchladen vor einem Regal stehen. Die Titel sind übersichtlich angeordnet, per Mausklick kann man sie "aus dem Regal holen" und mehr Details erfahren. Links von der Regalzeile, die in alle Richtungen navigierbar ist, finden sich Vorsortierungen, die die Kunden schon aus den Buchläden kennen, zum Beispiel "New Fiction" oder "Staff Pick". Und natürlich kann jede Besucherin ihr eigenes Regal füllen.

www.borders.com

Wie im realen Buchladen: Das Magical Shelf von Borders.com gewährt einen schönen Überblick

Die Detailansicht bei Endless.com

Schuhläden gibt es unzählige online, aber in kaum einem werden Sandalen, Stiefel oder Ballerinas optisch so gut präsentiert wie auf Endless.com. Wer einen Schuh auswählt, kann ihn aus allen Perspektiven betrachten - und erhält zudem eine Art Lupe an die Hand, die per Maus über den Schuh bewegt wird. Sie vergrößert jedes Detail, sodass Materialien und Oberflächenstrukturierung gut zu sehen sind. Schade, dass Endless.com nur in Nordamerika ausliefert.

www.endless.com

Tolle Detailansicht: Endless.com bietet einen Blick auf alle Produkte durch die Lupe an

Marken werden Content-Anbieter

Relevante Inhalte statt flacher Werbesprüche: Auf jedem Onlinemarketingkongress hört man diese Forderung an Werbung in Web-2.0-Zeiten. Marken selbst werden zu Contentanbietern, Marketing muss unterhaltsam sein, um in der Werbeflut wahrgenommen zu werden. Die Umsetzung dieser Erkenntnis ist aber gar nicht so leicht. Der amerikanische Streetwear-Anbieter Karmaloop.com macht vor, wie es geht. Karmaloop hat einen eigenen IPTV-Sender, sprich der Händler stellt immer wieder neue Episoden als Stream online. Da erklärt etwa ein Ladenbetreiber von Karmaloop in Boston, was sich nach dem Redesign des Geschäfts alles geändert hat. Das macht Lust, mal dort vorbeizukommen, um sich das Gezeigte "live" anzusehen. Karmaloop stellt Marken oder Musik vor oder berichtet einfach, was die angesagten Trends der "Streetculture" sind. So schafft es die Marke, dass die Kunden wiederkommen.

www.karmalooptv.com

Contentanbieter: Karmaloop bewirbt seine Streetwear mit einem eigenen IPTV-Sender

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte

Die geniale Bildersuchmaschine Pixsta gibt es schon eine ganze Weile, doch jetzt wird sie kommerziell eingesetzt. Das Funktionsprinzip für den Nutzer ist bestechend einfach: Er sucht sich aus einer Wolke von Produktfotos (etwa Kleidungsstücke) das aus, was seinen Wünschen am nächsten kommt. Sofort wird diese Auswahl zum Zentrum einer neuen Bilderwolke, die dann aber nur noch Produkte zeigt, die in Stil, Farbe oder Material dem zuvor ausgewählten Artikel gleichen. Mit ein paar Klicks findet der Kunde genau das, was er haben wollte, selbst wenn er den Unterschied zwischen Troyer, Sweater und Pullover nicht kennt. Zu besichtigen unter anderem auf:

www.womenweb.de/modebeauty/mode/klickdichschick.html

Optische Suche: Womenweb.de nutzt die Bildersuchmaschine Pixsta für die Produktauswahl

Etsy.com: Alles so schön bunt hier

Mal abgesehen davon, dass Etsy.com, der Marktplatz für Selbstgemachtes aus den USA, im Ganzen sehr übersichtlich und geschmackvoll gestaltet wurde: Zwei Funktionen werben sehr professionell für die Vielfalt des Marktplatzes und bieten eine echte digitale Alternative zum genüsslichen Schaufensterbummel. In den Zeitmaschinen etwa poppen Bilder von eingestellten Waren auf. Geordnet nach dem Datum der jeweiligen Einstellung können die Nutzer über eine Spirale aus Abbildungen, über einen ungeordneten Bildersturm oder über eine lineare Fotoliste in die Etsy-Angebote eintauchen. Schließlich hilft auch noch die Funktion "Colors", das Angebot visuell zu sortieren: Interessenten finden hier alle Produkte zu einer vorab gewählten Farbe - vom Strumpf über die Postkarte bis hin zum T-Shirt oder Stuhl.

www.etsy.com

Alles blau: Der Marktplatz Etsy.com ermöglicht eine Produktsuche nach Farben

Sparkalender von Germanwings

Konventionelle Optik, revolutionäre Funktion: Mit dem Sparkalender setzt sich Germanwings in Sachen Usability vor die Billigfliegerkonkurrenz. In der Regel muss man bei jedem Flugangebot die Verfügbarkeit einzeln vom Server abfragen, bevor man - bei einer Billigairline ein Killerargument - den Preis genannt bekommt. Bei Germanwings läuft das viel einfacher: Die Preise werden bereits vor der Auswahl angezeigt und lassen eine gezielte Steuerung der Nachfrage zu.

www.germanwings.com/de/sparkalender.htm

Klasse Funktion: Der Sparkalender von Germanwings zeigt die Preise der Flüge sofort an

Dressing-Room für jede Figur

Der Dressingroom von Knicker Picker ist etwas ganz Besonderes, er ist nämlich ehrlich. Ehrlicher als die vielen Verkäuferinnen und Verkäufer im Laden ("Das steht Ihnen ausgezeichnet"). Der Dressingroom von Knicker Picker zeigt die verfügbaren Produkte nicht nur am perfekt gestylten Topmodel mit Gardemaßen. Der Shop bietet auch eine Auswahl von fünf Models mit unterschiedlichen Figuren an. So bekommt der User einen Eindruck vom Produkt, der dem realen Ergebnis näherkommt. Das zweite spannende Detail dieses Shops ist die Präsentation im Video. Auf Mausklick drehen sich die Models im gewählten Outfit, kommen dem Betrachter entgegen oder joggen auf der Stelle. Fehlt nur noch der Shop, der Uservideos von Käuferinnen dergestalt inszeniert. Anonym, versteht sich.

www.knickerpicker.com

Ehrlichkeit kommt an: Knicker Picker präsentiert Mode mit unterschiedlichen Modeltypen

Virales Marketing

"Hier kommst Du net rein!", sagt das Türschild von Ruelala und das ist nichts anderes als eine clever inszenierte virale Kampagne. Natürlich kommt man rein, die wollen schließlich was verkaufen. Aber über den Umweg Google. Dort findet man wie zufällig einen Link auf die Registrierungsseite, die die vermeintlich fällige Einladung umgeht. Wer hier einen Bug im Sicherheitssystem vermutet, darf sich seiner Rolle als Fisch am Haken gerne bewusst werden. Hinter den Kulissen bietet Ruelala hübsch inszeniertes Live-Shopping, das nicht bei einem Produkt pro Tag haltmacht, sondern bei einer Boutique pro Woche. "Intelligente Verschmelzung von E-Commerce und viraler Kundengewinnung, gepaart mit einem gut gemachten User-Interface", lobt Bruno von Rotz, Optaros-Vizepräsident.

www.ruelala.co.uk

Hübsch inszeniert: Ruelala kombiniert virale Kundengewinnung mit E-Commerce

Ein Widget mit Mehrwert

Herrlich, wenn Shopbetreiber ihre Nutzer quälen. Wer Edelight hat, hat die "Qual der Wahl". Das ist ein Shopping-Widget, in dem User selbst Artikel zum Vergleich aufstellen können, um andere User dazu zu ermuntern, den Vergleich zu konkretisieren. Ein Beispiel: Mut_78 weiß nicht, welchen Fußabtreter sie vor die Wohnung legen soll. Drei Varianten stehen zur Auswahl und 54 Nutzer haben ihren Kommentar abgegeben, welcher Spruch nun der witzigste ist. Pech für Mut_78: Das Ergebnis ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen "Meine Geräte sind alle angemeldet" und "Oh No! Not You again". Thomas Bartel von Usability.de meint, dass die Nutzung des Widgets gar keine Qual ist: "Wir haben die Site in Sachen Usability getestet und die meisten Nutzer fanden das Widget klasse."

www.edelight.de

Die "Qual der Wahl": Edelight hat ein neues Widget mit Mehrwert gelauncht

Gelungener Produktvergleich

Markenwebsites drängen immer stärker in den E-Commerce vor. Die User erwarten von Markensites heute direkte Bestellmöglichkeiten, egal ob im Direktvertrieb oder in der Auslieferung durch Händler und Vertriebspartner. Viele Markensites und -shops zeigen eine ausgefeilte Form der Produktdarstellung. Andreas Schwend von DMC gefällt auf der Consumersite von Philips vor allem die Produktvergleich-Einbindung. "Endlich ein Produktvergleich, der elegant und einfach gelöst ist. Es fehlt nur die Drag&Drop-Funktionalität, mit der Produkte in den Produktvergleich eingefügt werden."

www.consumer.philips.com

Elegant und einfach gelöst: Elektronikhändler Philips bietet einen gekonnt eingebundenen Produktvergleich

Animierte Warenkorbbefüllung

Noch nie hat es so viel Spaß gemacht, Produkte in den Warenkorb zu legen, wie bei For Living. Hier befördert eine superschöne Animation Artikel in den Warenkorb.

www.forliving.de

Ein Warenkorb, der Spaß macht: Wer bei For Living einkauft, sieht die ausgewählten Artikel wie an einer Schnur gezogen in den Warenkorb gleiten

Integrierte Geld-zurück-Garantie

Das Widerrufsrecht und die Geld-zurück-Garantie landen bei High Feelings gleich automatisch im Warenkorb - mit Brief und Siegel. So kann Service und Sicherheit auch optisch transportiert werden.

www.high-feelings.de

Toll präsentiert: High Feelings integriert das Widerrufsrecht automatisch in den Warenkorb

Raffinierte Lösung für den Regalbau

Ein CAD-Tool zum bequemen Einrichten des eigenen Weinregals und anschließend alles bestellen. Eine vorbildlich raffinierte Lösung des Ziegelwerks Neuschwander, die vielleicht auch bei anderen Shops eingesetzt werden könnte.

www.neuschwander-shop.de

Gelungener Regalbau: Neuschwander Ziegelwerk hat ein raffiniertes CAD-Tool in die Website integriert

"Jetzt-kaufen"-Buttons

Gerade bei längeren Beschreibungen, mehreren Bildern und vielleicht sogar Verbrauchermeinungen und Tests wird die Produktdetailseite oftmals lang. Prinzipiell ist das gut, weil viele Fragen der Interessenten beantwortet werden und Google informative Seiten schätzt. Allerdings verschwindet auf solch langen Seiten der "Jetzt kaufen"-Button meist sehr schnell aus dem Blickfeld. Bauen Sie deshalb - wie Tigerdirect - mehrere Buttons ein, zumindest aber einen oben und einen ganz unten.

www.tigerdirect.com

Den Kauf stets im Blick: Tigerdirect spart nicht an der falschen Stelle und blendet "Add to cart"-Buttons ein

Kauferinnerungen

Wenn ein Kunde ein Produkt heute nicht gekauft hat, will er es vielleicht später kaufen. Bieten Sie daher die Möglichkeit an, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Kauferinnnerung schicken zu lassen. Nutzer können hier für Geschenke auch einen Anlass wie Geburtstag oder Jahrestag auswählen.

www.delightfuldeliveries.com

Den Kunden an der Angel: Wer heute nicht kauft, wird an spätere Gelegenheiten erinnert

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