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Martin Luetgenau

Weniger Werbeflächen BurdaForward startet neues Display-Werbemodell

Martin Lütgenau, Geschäftsführer der Advertising Unit von BurdaForward

BurdaForward

Martin Lütgenau, Geschäftsführer der Advertising Unit von BurdaForward

BurdaForward

Burda will beweisen, dass Display-Werbung nicht nerven muss. Dazu launcht die Tochter des Medienhauses - BurdaForward - nun ein neues Ad Modell, das unter anderem die Anzahl der sichtbaren Formate massiv zurückschraubt.

Es ist eine Reaktion auf die zunehmende Werbemüdigkeit, die damit einhergehende leidige Adblocker-Debatte und vermutlich auch auf die in der gesamten Branche sinkenden TKPs: BurdaForward - ehemals
Tomorrow Focus Publishing - gestaltet sein Display-Geschäft neu. Und zwar so neu, dass das Publishing- und Vermarktungshaus gleich ein neues Werbemodell etablieren will, das auf der diesjährigen dmexco vorgestellt wird.

Das neue "Ad Modell" der Burda-Tochter will bewusst Werbeflächen reduzieren und sogenannte smart-loading Ads einsetzen. Sie sollen das Surferlebnis für den Nutzer verbessern und gleichzeitig Werbekunden eine stärkere Sichtbarkeit bieten.

"Natürlicher und nutzerfreundlicher Werbe-Flow"

Dafür werden die Websites "auf einen natürlicheren und nutzerfreundlichen Werbe-Flow" umgestellt. "Weniger klassische Display-Werbeflächen, dafür smart loading Ads, die sich erst laden, wenn der User in den jeweiligen Bereich scrollt, sind die Kernelemente des neuen Ad Modells", erklärt BurdaForward.
 
Dass das neue Modell sinnvoll ist und ankommt beim Nutzer, will das Haus mit ersten Ergebnissen aus der Anfangsphase der Umstellung belegen: So konnten die Ladezeiten von Chip.de nach der Etablierung des neuen Modells um die Hälfte reduziert werden.

Weniger Werbung, mehr Viewability

Daneben reduziert BurdaForward auch die Anzahl der sichtbaren Formate: Statt bisher vier Werbemittel zeigt der aktuelle Durchschnitt auf Chip.de nur noch zwei Werbemittel im jeweils sichtbaren Bereich. Für Werbekunden soll diese Reduktion der verfügbaren Werbeplätze in Kombination mit der "smart-loading-Technologie" zu einer Steigerung der Sichtbarkeit führen. Nach eigenen Angaben verzeichnete der Vermarkter nach Launch eine Verbesserung der Viewability Quote um mehr als 30 Prozent.
 
Bis jetzt haben drei Burda-Formate - Chip.de, NetMoms und Playboy - das neue digitale Werbe-Set-Up implementiert, alle weiteren Portale des Vermarkters sollen bis zum Ende dieses Jahres folgen.

BurdaForward will damit der Überladung durch Display-Werbung entgegenwirken, Nutzern eine schnelle und übersichtliche Plattform bieten und Werbungtreibenden eine höhere Wirksamkeit ihrer Kampagnen ermöglichen.

"Vom Banner-Overkill, wie er in den letzten Jahren praktiziert wurde, profitiert niemand, weder auf Nutzer- noch auf Werbekunden-Seite", sagt Martin Lütgenau, Geschäftsführer der Advertising Unit von BurdaForward. "Die Ergebnisse zeigen, dass es an der Zeit ist, umzudenken und sich den Bedürfnissen der Nutzer zu widmen. Gleichzeitig müssen wir KPIs wie beispielsweise die Aufmerksamkeit der User wesentlich stärker am Markt etablieren und die Diskussion bezüglich einer neuartigen 'Attention'-Währung aktiv führen", so Lütgenau.

Die spannendste Frage, die noch ungeklärt ist, dürfte sein, wie teuer die Anzeigen künftig für Werbekunden sind.

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