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Tom Laband

Tom Laband, Gründer adsquare "Der deutsche Markt ist zu sehr in der Online- und Cookie-Denke gefangen"

Tom Laband, ‎Co-Founder und CEO adsquare

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Tom Laband, ‎Co-Founder und CEO adsquare

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New York, New York: adsquare eröffnet sein erstes US-Büro, das Tom Laband leiten wird. Wir sprachen mit dem Gründer und CEO über die Pläne und den Mobile-Data-Markt.

adsquare eröffnet sein erstes Büro in den USA. Warum starten Sie genau jetzt und gerade in New York?
Tom Laband: In den vergangenen Jahren haben wir uns vor allem auf Europa konzentriert und adsquare in elf Ländern etabliert. Der Launch in den USA ist vor allem dadurch getrieben, dass unsere globalen Partner - sowohl Agenturnetzwerke als auch Plattformen und Datenanbieter - dort einen hohen Bedarf haben. In New York sind alle großen Agenturgruppen sowie unsere wichtigsten Partner vertreten und wir haben bereits jetzt ein gutes Netzwerk dort. Es ist wirklich eine schnelle und inspirierende Stadt und ich freue mich sehr darüber, in den kommenden Monaten hier unser Geschäft aufzubauen.

Welche Möglichkeiten bieten für Sie die USA in Sachen Mobile Marketing, die Europa nicht bietet?
Laband:
Wenn es um Werbe-Spendings geht, ist die USA weltweit der größte Markt und Kampagnen haben dort ganz andere Volumina als in Europa. Dazu kommt, dass der Markt dort zwei bis drei Jahre weiter ist: Werbungtreibende führen keine Diskussion mehr darüber, ob Mobile, Programmatic oder Data wichtig sind. Sie leben bereits in dieser Realität und benötigen fortgeschrittene Plattformen, die ihnen Transparenz und Kontrolle geben. Genau da setzt adsquare an.

Ist die Konkurrenz dort nicht viel größer?
Laband:
Tatsächlich gibt es in den USA eine große Anzahl an Unternehmen, die sich ausschließlich mit Mobile Data beschäftigen oder es zumindest als wichtigen Bestandteil ihres Angebots sehen. Als neutraler Marktplatz sehen wir in vielen dieser Unternehmen jedoch eher Partner als Wettbewerber. Unser Ziel ist es, Werbungtreibenden Zugriff auf alle Formen mobiler Daten zu geben, um so Kampagnen effektiver zu machen. Eine der Besonderheiten unseres Marktplatzes ist es, dass wir Daten über sogenannte Pre-Bid-Integrationen mit DSPs noch während des Bidding-Verfahrens verfügbar machen können. So können Agenturen Media und Data unabhängig voneinander kaufen und dennoch in Echtzeit einsetzen. Bisher war das Feedback von Agenturen ausschließlich positiv und die ersten Kampagnen laufen bereits.
 
Welche Themen werden denn 2017 für die Branche in Sachen Mobile Programmatic Advertising wichtig?
Laband: 2016 wurden erstmals mehr als die Hälfte aller mobilen Kampagnen in Deutschland programmatisch ausgesteuert und laut eMarketer sollen es 2017 sogar 68 Prozent sein. Diese Zahlen zeigen, dass Mobile Programmatic erwachsen geworden ist. Die Infrastruktur steht, die Reichweite ist enorm und Werbungtreibende und Agenturen haben das Potenzial für sich erkannt.
 
In diesem Jahr wird es aus meiner Sicht vor allem um Data und Creativity gehen. Auf der einen Seite benötigen Werbungtreibenden die richtige Daten, sowohl über Zielgruppen als auch über deren Kontext, um so ein Targeting im entscheidenden "Mobile Moment" zu ermöglichen, auf der anderen Seite ist es wichtiger denn je Konsumenten mit starken und im besten Fall personalisierten Werbeformaten anzusprechen. Erst die Kombination von Data und Creativity ermöglicht echtes Moment Marketing, die neue Königsdisziplin für digitale Werbung.
 
Wo gibt es aktuell noch Probleme bei diesem Thema?
Laband: Die größte Herausforderung sehe ich darin, dass der deutsche Markt noch zu sehr in der Online- und Cookie-Denke gefangen ist. Fast 90 Prozent der Mobile-Nutzung findet innerhalb von Apps statt und hier heißt der Standard Mobile Advertising ID. Wenn Werbungtreibende ihre Kunden auf dem persönlichsten aller Endgeräte ansprechen wollen, müssen sie sich intensiv mit den neuen Möglichkeiten und auch Herausforderungen auseinandersetzen. Eine andere Herausforderung, die wir bei adsquare sehen, ist die Verfügbarkeit und Qualität von mobilen Daten. Third-party Daten bieten eine hohe Reichweite, bleiben allerdings meistens an der Oberfläche. Erst die Kombination mit First-Party Daten kann das volle Potenzial von Mobile Programmatic entfalten.

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