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Springer führt Bezahlschranke ein "Die Welt" wird kostenpflichtig - etwas

Am morgigen Mittwoch wird der Axel-Springer-Verlag erstmals eine Bezahlschranke für journalistische Angebote einführen. Zunächst für die "Welt", später soll auch "Bild" folgen. Viele User dürften von der Premium-Content-Strategie jedoch zunächst wenig spüren.

Das schöne Datum 12.12.12 wird eine historische Wende in Springers Premium-Content-Strategie einläuten. Erstmals wird der Verlag eine Bezahlschranke für das bisher kostenlose Online-Angebot der Tageszeitung "Die Welt" einführen. Allerdings: Es ist gut möglich, dass die meisten Nutzer davon kaum etwas mitbekommen. Denn die Sperre ist so löchrig, dass zunächst nur ein Bruchteil der Artikel betroffen sein dürfte. So bleibt etwa die Startseite ebenso frei nutzbar wie alle Artikel, auf die von Suchmaschinen, sozialen Netzwerken oder anderen Seiten verlinkt wird.

Aber auch wer sich selbst tiefer in das Angebot klickt, wird nicht sofort zur Kasse gebeten. Nach Vorbild der "New York Times" dürfen bis zu 20 Artikel im Monat kostenfrei gelesen werden (Metered Model). Erst wer dieses Limit überschreitet, muss aus einem der angebotenen Abomodelle wählen. Für 6,99 Euro monatlich gibt es ein Basis-Paket, das den unbeschränkten Online-Zugriff sowie eine Smartphone App enthält. 12,99 Euro kostet das Komplett-Paket, das darüber hinaus eine App für Tablet-Computer enthält. Wer 14,99 Euro monatlich zu zahlen bereit ist, bekommt alle Digitalangebote sowie die gedruckten Ausgaben der "Welt am Sonntag". Im ersten Monat können alle Pakete zu einem Einführungspreis von 0,99 Euro ausprobiert werden.

Das Online-Angebot der Welt war im November mit knapp 48 Millionen Visits laut IVW nach Focus Online und vor Sueddeutsche.de das viertgrößte Nachrichtenangebot in Deutschland. Angeführt wird das Ranking von Bild.de mit 232 Mio. Visits. Auch für dieses Angebot hat Springer angekündigt, im kommenden Jahr eine ähnliche Bezahlschranke einführen zu wollen. Nach Willen des Vorstand sollen beide Angebote dadurch jedoch nur geringfügig an Reichweite verlieren. Man darf gespannt sein, ob's gelingt.

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