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Yahoo ist nur noch 14 Milliarden US-Dollar wert

Yahoos Suche gewinnt wieder Marktanteile Webkonzern ist nur noch 14 Milliarden US-Dollar wert

Yahoos Chefin Carol Bartz trat im Januar 2009 an, um den Internetkonzern wieder auf die Erfolgsspur zurückzuführen. Sie hat umstrukturiert und das Unternehmen neu aufgestellt. Trotzdem gehen die Umsätze zurück. Der Wert des Konzerns liegt nur noch bei einem Drittel dessen, was Microsoft noch vor drei Jahren geboten hatte.

Yahoo hatte 2008 eine Übernahme für 47,5 Milliarden US-Dollar abgelehnt. Vermutlich weil man hoffte, bald wieder an frühere Erfolge anknüpfen zu können. Zu seinen besten Zeiten war der Internetkonzern rund 80 Milliarden US-Dollar wert. Die Zeiten scheinen endgültig vorbei. Aktuellen Berechnungen zufolge wird Yahoo mit gerade noch 14 Milliarden US-Dollar bewertet, berichtet Bloomberg. Davon entfällt ein großer Teil von etwa 44 Prozent auf die Beteiligungen Yahoos zum Beispiel an Yahoo Japan und der Alibaba Group.

Die Filets des Konzerns

Vor allem einzelne Teile des Konzerns sind für andere Unternehmen interessant. Yahoos Finanzportal gehört zum Beispiel zu den Filetstücken. Allein im Juni 2011 erreicht die Seite rund 40 Millionen User. Auch Google betreibt ein eigenes Finanzportal, das aber nicht zuletzt wegen seines sehr spröden, suchmaschinenähnlichen Layouts kaum auf Interesse stößt. Im Juni 2011 kommt Googles Seite auf nicht ganz zwei Millionen Nutzer, hat Comscore ermittelt.

Auch insgesamt suchten die US-Nutzer wieder etwas mehr über Yahoo: Im Juli 2011 stiegt der Anteil Yahoos an den Suchanfragen um 0,2 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent des gesamten Suchvolumens. Google, in Deutschland quasi Monopolist, erreicht in den USA dagegen nur 65,1 Prozent. Das Suchvolumen ging im Vergleich zum Juni 2011 um 0,4 Prozentpunkte zurück, während auf Microsofts bing ein Anteil von 14,4 Prozent entfällt.

Im Werbegeschäft läuft es dagegen gar nicht gut für Yahoo. Der eigene Anteil am US-Onlinewerbemarkt werde im kommenden Jahr auf 9,7 Prozent sinken. Noch vor zwei Jahren vereinnahmte Yahoo 16 Prozent. Dagegen steigen die Marktanteile der Wettbewerber deutlich. Google soll im kommenden Jahr auf 45 Prozent kommen und Facebook werde seinen Anteil auf 7,8 Prozent verdreifachen.

Großen Einfluss auf die Aussichten räumt Yahoos Chefin Carol Bartz dem jedoch nicht ein. Sie rechnet in diesem Quartal mit einem Konzernumsatz von 1,05 bis 1,1 Milliarden US-Dollar. Die vollzogenen Änderungen in der Struktur des Unternehmens sollen sich bis Ende des Jahres oder Anfang 2012 auszahlen, erklärte Bartz bei der Präsentation der Zahlen des zweiten Quartals 2011.

Anleger klagen wegen Betrugs

Zwischen Yahoo, Alibaba und Softbank kam es zu einem Streit über den Zahlungsdienstleister Alipay, einem wesentlichen Werttreiber in der Alibaba Group. Die Gruppe hatte sich dazu entschlossen, den Zahlungsdienstleister auszugliedern. Yahoo wurde dafür jedoch nicht entschädigt, obwohl es zu 43 Prozent an der gesamten Unternehmensgruppe beteiligt ist. Die drei Beteiligten einigten sich dann darauf, dass die Alibaba Gruppe auch weiterhin an Alipay beteiligt sein werde. Werde das Unternehmen verkauft oder geht es an die Börse, erhält Alibaba einen Betrag zwischen zwei und sechs Milliarden US-Dollar. Diese Vereinbarung verärgert nun einige Anleger, die sich von Yahoo getäuscht sehen. Yahoo habe bereits im März von der Ausgliederung gewusst und dies vor den Anlegern bis Mitte Mai 2011 geheim gehalten. Ob dies zulässig war, muss nun ein Gericht entscheiden.

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