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Smartphones verändern die Mediennutzung Foto: fotolia.com/HelleM

Smartphones verändern die Mediennutzung Jeder vierte Haushalt hat eins

Die Smartphones verbreiten sich schnell: Vor einem Jahr gab es gerade einmal in zwölf Prozent aller deutschen Haushalte ein internetfähiges Handy. Jetzt liegt bereits in jedem Vierten ein solches Mobiltelefon. Dennoch machen die Deutschen weniger Gebrauch von den technischen Möglichkeiten als User in anderen Ländern.

Trotz des gewaltigen Funktionsumfangs der Smartphones dient es den deutschen Nutzern vor allem zur Kommunikation, hat Deloitte in dem Bericht "State of the Media Democracy" herausgefunden. Die jungen User machen verstärkt Gebrauch von den Entertainment-Funktionen. Sie würden ihr Gerät aber auch gern zum Bezahlen einsetzen oder sich auf ihrer Shoppingtour Informationen zu einem Produkt per Barcode-Scan einholen.

Kommunikation per Smartphone beschränkt sich aber nicht nur auf Telefonate und SMS. Auch soziale Netzwerke gewinnen für diesen Zweck an Bedeutung. Immerhin sind bereits 69 Prozent der 14- bis 27-Jährigen Mitglied bei Facebook, StudiVZ, SchuelerVZ oder Wer-kennt-wen.de. Die älteren Onliner sind da noch zurückhaltender. So sind über alle Altersklassen hinweg lediglich 37 Prozent der Deutschen bei einem sozialen Netzwerk engagiert. Die Hälfte der Mitglieder (57 Prozent) haben die sozialen Netzwerke bereits für die Realtime-Kommunikation via Chat oder andere Tools genutzt.

Video-on-Demand wird wenig genutzt

Bei der Nutzung des Fernsehers sind die Deutschen konservativ. Internetfähige TV-Geräte sind hierzulande noch kaum verbreitet. Dabei gaben 46 Prozent der Befragten an, dass sie beim Fernsehen auch auf das Internet zugreifen. Mehr Video-on-Demand-Angebote könnten die Verbreitung solcher Hybridgeräte fördern.

Spiele begeistern alle Altersklassen

Ein Drittel der 45- bis 63-Jährigen nutzen Computerspiele zur Unterhaltung. Bei den 28- bis 44-Jährigen spielt sogar die Hälfte. Laut der Untersuchung spielen 21 Prozent sogar mindestens ein Mal pro Woche. Damit bewegt sich Deutschland in der internationalen Spitzengruppe.

Die Mehrheit der Befragten gab in der Umfrage an, stärker auf gedruckte Anzeigen zu achten, als auf Online-Ads. Die Marktforscher von Deloitte gehen jedoch davon aus, dass sich die Wahrnehmung beider Werbearten in Kürze angleichen werde. Besonders attraktiv wirkt Onlinewerbung im Rahmen der Suchfunktion, in sozialen Netzwerken sowie im Kontext von Empfehlungsmarketing und Targeting. Dabei akzeptieren die Deutschen auch gerne etwas mehr Werbung, wenn sie dafür zusätzliche Funktionen nutzen können. Nur 17 Prozent würden der Befragung zufolge lieber bezahlen, wenn sie dafür keine Werbung sehen müssten.

"Insbesondere der Siegeszug der Smartphones und Tablets kann die Entwicklung im gesamten Medienbereich entscheidend beeinflussen und Treiber für neue Geschäftsmodelle werden", meint der Director Media von Deloitte Klaus Böhm. "Zentrale Elemente sind die steigende Interaktivität und Vernetzung - und das bei Mediennutzern in allen untersuchten Ländern." Für die internationale Studie wurden mehr als 9.000 Personen über alle Altersgruppen hinweg aus fünf Nationen befragt, davon 1.930 Deutsche.

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