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sueddeutsche.de kauft sich Lob im Web

sueddeutsche.de bezahlt für Lob im Web

sueddeutsche.de hat für ihre neue iPhone-Applikation positive Bewertungen in Blogs gekauft. Nachdem das Vorgehen offenkundig wurde, hat das Portal die Kampagne gestoppt. Jetzt heißt es: Alles ein Missverständnis.

Über den Schweizer Social-Media-Dienstleister Trigami hat sich sueddeutsche.de Lob für ihre iPhone-App in Blogs und im iPhone-AppStore gekauft, berichtet Upload. Dabei wurden gleich Vorschläge mitgeliefert, was die beteiligten Blogger loben sollten - unter anderem deren hohe journalistische Qualität. Trigami nennt diese Form des Marketings Advertorial: "Advertorials sind redaktionelle Werbetexte, geschrieben von Bloggern, 100% positiv durch Inhaltskontrolle Ihrerseits", heißt es auf der Website.

Das sei jedoch nicht gewollt gewesen, so Peter Bilz-Wohlgemuth aus dem sueddeutsche.de-Marketing in einem Blogbeitrag. Man habe eine virale Kampagne lancieren wollen, die keinesfalls nur positive Kommentare beinhalten sollte.

Trigami hat die Verantwortung für den PR-Gau übernommen: Es sei lediglich zum Ausdruck gebracht worden, dass das Wunschresultat der Kampagne möglichst viele positive Berichte und Kommentare (auch im Apple Store) wären", schreibt Geschäftsführer Remo Uherek. Diese Information sei dann ins öffentliche Bloggerbriefing übertragen worden. "Außerdem wurde aufgrund dieses Kommunikationsfehlers dem Kunden empfohlen, eine Advertorial-Kampagne zu machen, obwohl eine Text-Review-Kampagne die deutlich bessere Wahl gewesen wäre."

sueddeutsche.de hat die Kampagne inzwischen gestoppt.

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