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Streit um Tagesschau-App geht weiter

Streit um Tagesschau-App geht weiter

Statt sich zu beruhigen, hat die Debatte über die kostenlose Anwendung für Smartphones, die die ARD gratis anbieten möchte, weiter an Fahrt gewonnen. Jetzt schlägt die Stunde der Politiker.

"Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte mit Gratisangeboten für das iPhone nicht unnötig neue Geschäftsmodelle der privaten Anbieter gefährden", meinte Kulturminister Bernd Naumann (CDU) in einer Pressemitteilung, die inzwischen vom Netz genommen wurde. Durch das kostenlose ARD-Nachrichtenangebot werde ein neuer Markt mit Gebührengeldern auf problematische Art und Weise verzerrt, außerdem gefährde der Dienst neue private Geschäftsmodelle.

Der Axel Springer Verlag, der seine iPhone-Appliaktion für Bild und Welt nur kostenpflichtig anbietet, machte schon am 22. Dezember gegen das Gratisangebot mobil und sprach von "Wettbewerbsverzerrung". Auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), in dem der Axel Springer Verlag mit seinen Zeitungen vertreten ist, kritisierte das Vorhaben, Inhalte der Tagesschau kostenlos für Smartphones anzubieten. Am 24. Dezember veröffentlichte Bild.de Stellungnahmen von Politiker, die sich gegen das Vorhaben der ARD aussprechen.

Kai Gniffke, Erster Chefredakteur von ARD aktuell, sagte einem Interview, er sehe das mobile Angebot der Tagesschau nicht als Konkurrenz zu denen der Verlagshäuser. Dafür befasse sich die Tagesschau zu wenig mit Vermischtem oder Sport: "Es ist nicht unsere Aufgabe, ein Ranking der schönsten News-Ladys zu präsentieren oder eine Tiger-Woods-Fotostrecke. Wir bewegen uns weiter auf unserem angestammten Korridor, auf dem wir aber weiter Maßstäbe setzen wollen."

Axel Springer bietet Onlineinhalte zunehmend nur noch gegen Bezahlung an. Vor drei Wochen war der Verlag mit kostenpflichtigen Apps für die mobile Nutzung von Bild.de und Welt.de gestartet, seit zwei Woche müssen die User für Lokalnachrichten von Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt zahlen.

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