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Schäden durch Cybercrime nehmen zu

Internetkriminalität 2011 Schäden durch Cybercrime nehmen zu

Das Bundeskriminalamt (BKA) und der Branchenverband Bitkom warnen: Schäden durch Internetkriminalität nehmen zu. Trotz Rückgang der Straftaten insgesamt seien bestimmte Delikte, wie zum Beispiel das Phishing, angestiegen. Aus Angst vor Cybercrime verzichten viele Nutzer auf Online-Shopping.

Laut dem Bericht des BKA "Cybercrime 2011" und aktuellen Umfragen des Hightech-Verbands Bitkom, die am 17. September 2012 in Berlin vorgestellt wurden, sind die durch Internetkriminalität verursachten Schäden erneut gestiegen. Nach der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ist der Schaden aller Cybercrime-Delikte im Jahr 2011 um 16 Prozent auf insgesamt 71,2 Millionen Euro gestiegen (2010: 61,5 Millionen Euro). 

"Die Intensität der kriminellen Aktivitäten im Bereich Cybercrime und damit das für jeden Internetnutzer bestehende Gefährdungspotenzial hat weiter zugenommen", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke: "Diese Entwicklung lässt sich an der gestiegenen Professionalität der eingesetzten Schadsoftware ablesen. Auch sich ständig ändernde Vorgehensweisen zeigen, wie flexibel, schnell und professionell die Täterseite auf neue technische Entwicklungen reagiert und ihr Verhalten entsprechend anpasst."

Eine repräsentative Bitkom-Umfrage hat zudem ergeben, dass 52 Prozent der privaten Internetnutzer im laufenden Jahr Erfahrungen mit Internetkriminalität gemacht haben. Die Zugangsdaten von 8,5 Millionen Internetnutzern seien ausspioniert worden. 

Die Angst vor Cybercrime und negative Erfahrungen mit dem Internet blieben nicht ohne Folgen: Demnach schränken sieben von zehn Internetnutzern bewusst ihre Kommunikation oder Transaktionen im Internet ein. 42 Prozent versenden keine vertraulichen Informationen oder Dokumente per E-Mail, ein Viertel verzichtet auf Online-Banking und ein Fünftel ganz oder teilweise auf Online-Shopping. Jeder zehnte Nutzer nehme grundsätzlich keine Transaktionen im Internet vor: "Die Cyberkriminalität bremst die Verbreitung innovativer Online-Dienste in allen Bereichen der Gesellschaft", konstatiert Kempf. Dass die Angst vor Datenmissbrauch Internetnutzer vom Online-Shopping abhält, zeigt auch eine aktuelle Sonderstudie im Rahmen des(N)onliner Atlas 2012

Vom Cybercrime seien Unternehmen genauso wie Privatnutzer betroffen. So verzeichneten 40 Prozent aller Unternehmen in Deutschland Angriffe auf ihre IT-Systeme, viele davon mehrmals. Umso bedenklicher sei es, dass fast die Hälfte der Unternehmen keinen Notfallplan für Datenverluste oder andere IT-Sicherheitsvorfälle haben. Wichtige Tipps gegen Internetbetrug hat der Bitkom in einem Merkblatt zusammengefasst.

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