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Wechsel an der Spitze der VZ-Netzwerke

Wechsel an der Spitze der VZ-Netzwerke Riedl verlässt die Holtzbrinck-Communitys

Seit 2008 dabei: Riedl

Seit 2008 dabei: Riedl

Nach fortschreitendem Reichweitenverlust und dem Relaunch ist Schluss: Clemens Riedl gibt seinen Posten als Geschäftsführer der VZ-Netzwerke ab. Ihn ersetzt Stefanie Waehlert, die bislang die Community Lokalisten leitet.

Das bestätigte eine Sprecherin der VZ-Netzwerke gegenüber internetworld.de. Riedl war seit 2008 bei den VZ-Netzwerken, zuerst als Geschäftsführer Sales und seit Februar 2010 als Geschäftsführer. Er verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch. "Wir bedauern sein Ausscheiden sehr und bedanken uns für die exzellente Zusammenarbeit", sagte Markus Schunk, Geschäftsführer des VZ-Eigentümers Holtzbrinck Digital.

Die Holtzbrinck-Netzwerke haben schwere Zeiten hinter sich - und eine ungewisse Zukunft vor sich. Im September-Ranking der IVW liegen sie zwar nach wie vor auf Platz acht der beliebtesten Angebote, verloren aber 19 Prozent ihrer Reichweite und verzeichneten im vergangenen Monat noch 104.513.885 Besuche. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor hatten sie noch 368.503.401 Visits erzielt.

Riedls Nachfolgerin Waehlert bezeichnete Schunk als "Idealbesetzung für die richtungsweisende Weiterentwicklung der VZ-Netzwerke". Waehlert, drei Jahre lang Geschäftsführerin bei Lokalisten Media, habe umfangreiche Erfahrung in hart umkämpften Digitalmärkten. In der IVW fielen die Lokalisten von Platz 27 im September 2010 auf Position 104 im aktuellen Ranking ab.

Die VZ-Netzwerke haben den Kampf gegen Facebooks Übermacht längst aufgegeben, wollen aber ihre verbleibenden Nutzer mit überarbeiteten Angeboten halten. Ende September 2011 hatten die Communitys eine Testversion ihres neues Layouts eingespielt. In die Überarbeitung der Seiten wurden die Mitglieder einbezogen - eine klare Abgrenzung gegen Facebook, das seine User vor vollendete Tatsachen stellt. Die VZ-Nutzer können Anregungen, Kritik und Lob in eigens eingebaute Freitextfelder eingeben und Anwendungen mittels eines 5-Sterne-Systems zu bewerten. Dieses Feedback soll vom Kundendienst aufgenommen und umgesetzt werden.

Zudem wollen die VZ-Netzwerke ihre Angebote stärker differenzieren und mit Anwendungen wie "Meine Klasse", "Meine Lehrveranstaltung" oder "Mein Nachtleben" auf die jeweiligen Zielgruppen zuschneiden. Die Neugestaltung soll ein Jahr gedauert haben und muss damit direkt nach dem vergangenen Relaunch im Juni 2010 begonnen haben. "Bis zum Jahr 2010 hat ein rasantes Wachstum und das Erreichen der Profitabilität den Großteil unserer Kräfte gebunden", kommentierte CEO Clemens Riedl die neuen Auftritte. "Mit der in 2011 entwickelten Testversion ist es nun gelungen, eine flexible Basis zu schaffen, um mit unseren Nutzern ein konsequent auf ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Angebot zu entwickeln." Einige Ankündigungen - wie die Umbenennung von meinVZ in freundeVZ - sind allerdings noch nicht umgesetzt.

Die VZ-Netzwerke haben im vergangenen Geschäftsjahr ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 60 Prozent gesteigert und waren damit im zweiten Halbjahr 2010 erstmals profitabel. Absolute Zahlen teilt die Holtzbrinck-Tochter nicht mit.

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