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Chancen und Zukunft der Internetwirtschaft

Chancen und Zukunft der Internetwirtschaft Das Produkt steht im Fokus

Ein großes Bild entwerfen - das war die Aufgabe einer Diskussionsrunde auf der auf der DLD Conference in München. Dabei ging es um internationale Strategien, Anforderungen an Gründer und den Zwang zu Innovationen.

"Die Tech-Industrie war noch nie so spannend wie derzeit", sagt Niklas Zennström von Atomico. Das größte Wachstum der kommenden Jahre werde nicht in den USA oder Europa stattfinden, sondern in den Entwicklungsländern. Heute sei es nicht mehr so wichtig, in welchem Land eine Idee umgesetzt werde. Wer heute eine Firma gründe, könne sich ganz auf das Produkt konzentrieren und die technische Infrastruktur an Dienstleister auslagern. "Dafür werden Webdienstleistungen angeboten", kommentiert Greg Greeley von Amazon. Gründer sollten sich auf ihre Produkte und Kunden fokussieren.

Entwicklungsländer bieten Unternehmen neue Möglichkeiten. Die Suchinfrastruktur unterscheide sich deutlich von der in Europa und den USA, die meisten dort angebotenen Lösungen seien lokal, sagt Arkady Volozh von der russischen Suchmaschine Yandex, die in Russland einen Marktanteil von 60 Prozent hat. "Das war und ist eine große Chance für uns, unsere Technologien für andere Märkte anzubieten." Seit drei Monaten ist das Unternehmen mit einer türkischen Suche aktiv, "wir wachsen sehr stark". Man müsse nicht unbedingt Marktführer sein, um gute Geschäfte zu machen.

In den kommenden fünf Jahren werde es vor allem bei den Einzelhändlern viel Innovationen geben, glaubt Zennström. Anders könnten diese - wie viele andere klassische Unternehmen, ihre Zukunft nicht sichern. Damit Europa erfolgreich sein könne, brauche es Regelungen, die in allen Ländern gelten, betont Paul-Bernhard Kallen von Hubert Burda Media und stimmt damit EU-Kommissarin Viviane Reding zu, die gestern einheitliche Gesetze für die Internetwirtschaft in ganz Europa forderte: "Das brauchen wir, um auf Augenhöhe mit den USA zu sein."

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