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Gemeinsame Onlinevideothek von ARD und ZDF

Gemeinsame Onlinevideothek von ARD und ZDF Öffentlich-Rechtliche im Schulterschluss gegen Youtube

Unter dem Arbeitstitel "Germany's Gold" wollen die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF jetzt gemeinsam ein Video-on-Demand-Projekt auf die Beine stellen und so Youtube ausbremsen. Ob ihnen das gelingt, wird angesichts ähnlicher, aber bisher vereitelter Bemühungen von RTL und ProSiebenSat.1 mit einem ähnlichen Projekt wohl fraglich sein.

In Zusammenarbeit mit Film- und Fernsehproduktionsfirmen wollen ARD und ZDF eine Onlinevideothek entwickeln, die Videodiensten wie Youtube das Wasser abgraben soll - jedenfalls wenn es um deutsche Film- und Fernsehinhalte geht. Dabei gehe es auch darum, das finanzielle Potential von Video-on-Demand-Diensten abzugreifen, so ZDF-Intendant Markus Schächter im Gespräch mit der video-on-demand-ard-und-zdf-planen-allianz-gegen-youtube/60045096.html:Financial Times Deutschland.

Geplant sei eine kommerzielle Onlinevideothek, bei der Nutzer zwischen kostenlosen, da werbefinanzierten Fernsehinhalten und kostenpflichtigen Bezahlinhalten wählen können. Als weitere Projektteilnehmer nennt die FTD die Filmproduktionsfirmen Bavaria und Studio Hamburg, sowie die Filmrechtefirma Telepool und Jan Mojto. Auch Privatsender könnten sich an dem Video-on-Demand-Service beteiligen. Die Kosten für das Projekt sollen sich auf eine Summe im siebenstelligen Bereich belaufen.

Kartellrechtliche Bedenken?

Ob die Online-Allianz der Sender bei den zuständigen Kartellbehörden abgesegnet wird, dürfte allerdings fraglich sein. Seit Sommer 2010 basteln die Privatsender RTL und ProSiebenSat1 an einem ähnlichen Projekt. Dieses hat bereits eine Überprüfungsodyssee durch verschiedene Kartellinstanzen hinter sich: Zunächst von den europäischen Kartellbehörden an die deutschen und österreichischen Kartellwächter zurückverwiesen, schmetterten die deutschen Bundesbehörden die Pläne für eine gemeinsame Onlineplattform ab.

RTL und ProSiebenSat.1 haben gegen das Portalverbot unterdessen Beschwerde eingelegt. Die letzte Entscheidung soll nun das Oberlandesgericht Düsseldorf treffen.

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