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Streit um Tagesschau-App

Streit um Tagesschau-App NDR-Rundfunkrat gibt grünes Licht

Was soll die Tagesschau online dürfen? Alles, entschied jetzt der NDR-Rundfunkrat. Vorausgegangen war ein monatelanger Streit um die geplante iPhone-Anwendung der Sendung.

Tagesschau.de soll Spiegel Online zufolge alles dürfen, was die ARD will. "Nach Abwägung aller Argumente neigt der NDR-Rundfunkrat der Auffassung zu, dass der qualitative publizistische Beitrag von Tagesschau.de die negativen Auswirkungen auf die Wettbewerber deutlich überwiegt", heiße es in der Vorlage des Rats für andere ARD-Gremien. Tagesschau.de solle vollständig als "nichtsendungsbezogenes Telemedium" genehmigt werden, wodurch weite Teile der staatsvertraglichen Begrenzungen entfallen würden. Zudem steige der Jahresetat von Tagesschau.de steigt innerhalb von vier Jahren um 50 Prozent von 4,1 auf 6,1 Millionen Euro.

Die Verleger reagierten promt: Dietmar Wolff vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger nannte die Entscheidung des NDR-Rundfunkrats einen "absolut unglaublichen Vorgang", kritisierte BDZV-Dietmar Wolff die Pläne des NDR. Damit würden wichtige Vorgaben des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags unterlaufen.

Ende Dezember hatte sich jetzt ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke betont, dass die Bereitstellung der Applikation durch den Rundfunkstaatsvertrag gedeckt sei. Zuvor hatten der Axel Springer Verlag und einige Politiker gegen die Gratis-App protestiert. Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) drohte sogar mit einer Klage in Brüssel.

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