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Huffingtonpost.de geht online

Deutschsprachiger Ableger des US-Portals Huffingtonpost.de geht online

Matthes, Huffington und Jobatey drücken den Start-Knopf

Matthes, Huffington und Jobatey drücken den Start-Knopf

Pünktlich um 10:10 Uhr startete die Pressekonferenz im Münchner Literaturhaus, während der die deutschsprachige Huffington Post live ging. Präsidentin Arianna Huffington stellte den TV-Journalisten Cherno Jobatey als Editorial Director vor und sprach vom Zeitalter der Partizipation, dem der Journalismus heute gerecht werden müsse. Sie rief die Leser des deutschsprachigen Portals zum Mitmachen auf.

Der deutschsprachige Ableger des Nachrichtenportals "Huffington Post" ist seit heute online. Die 2005 in den USA gegründete Plattform geht am Redaktionssitz in München mit einem 15-köpfigen Team an den Start. Die Position des Editorial Directors übernimmt Cherno Jobatey, der sich vor allem um den Ausbau des Autoren-Netzwerks kümmern soll. "Medien haben sich verändert, die Medienökomomie hat sich verändert. Wir sind auf einer spannenden Reise", meinte Jobatey. Chefredakteur ist Sebastian Matthes, der wegen seiner Tätigkeit bei der "Wirtschaftswoche" allerdings erst "einige Wochen später anfangen" werde: "Es steht noch kein Startzeitpunkt fest", sagte er.

Arianna Huffington stellte klar, dass sie die "Huffington Post" sowohl als journalistisches Unternehmen als auch als Plattform betrachte. Diese Kombination sei die Zukunft des Journalismus. Der Zeitgeist erfordere es, allen die Möglichkeit zu geben, ihre Meinung zu verbreiten. Ziel sei es, "die Deutschen dabei zu unterstützen, ihre eigenen Geschichten zu erzählen."

Blogger sollen von der Reichweite profitieren

Huffington hatte auch eine Erklärung, warum so viele Autoren umsonst mitmachen: "Selbstdarstellung ist die neue Unterhaltung. Die Leute wollen Teil der Geschichte werden." Jeder der für das Portal schreibe, profitiere von einer höheren Reichweite für seine eigenen Blogs, auf die selbstverständlich verlinkt werde. Insofern führe das Modell zu einer Win-win-Situation. Als erste prominente Gastautoren sind unter anderem der ehemalige Tennis-Profi Boris Becker, der Unternehmer Franz Haniel, der Telekom-Vorstand René Obermann und die CDU-Politikerin Ursula von der Leyen mit von der Partie. Aber auch an bislang unbekannten Autoren sei man interessiert, betonte Huffington.

Die Gastbeiträge erscheinen in der linken Spalte, während die mittlere und rechte Spalte für redaktionelle Artikel vorgesehen sind. Neben Politik, Wirtschaft und Technik bilden auch Lifestyle-Themen einen Schwerpunkt des Portals. Eine Rubrik heißt "Good", in der nur erfreuliche Themen stehen sollen.

Die deutschsprachige Ausgabe entsteht in enger Kooperation zwischen der Huffington Post Media Group und der Tomorow Focus AG. Für den Publisher sei "dies ein wichtiger Meilenstein im Rahmen der neuen Unternehmensstrategie, die sich auf Content getriebene Endkundenportale in den Segmenten Advertising und Transaktionen konzentriert", so Tomorrow Focus-Vorstandsmitglied Christoph Schuh: "Über 200 unserer 750 Mitarbeiter arbeiten inzwischen im werbefinanzierten Publishing- und Vermarktungsgeschäft, das durch Akquisitionen innerhalb Europas weiter ausgebaut werden soll." Ziel sei es, Huffingtonpost.de in den kommenden fünf Jahren unter die Top Drei der meistgelesenen Newsportale in Deutschland zu bringen. Die Zahl der Mitarbeiter solle bis dahin auf 40 aufgestockt werden.

Welche Rolle der Qualitätsjournalismus im Zeitalter des Highspeed-Internet spielt, war auch Thema auf der diesjährigen dmexco. Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart sprach über die revolutionäre Macht des Internet und erklärte, warum Wehleidigkeit nichts bringt.

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