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Hubert Burda Media erwirtschaftet die Hälfte des Umsatzes digital

Hubert Burda Media erwirtschaftet die Hälfte des Umsatzes digital "Wir sind ein Handelsunternehmen"

Setzt auf E-Commerce: Kallen

Setzt auf E-Commerce: Kallen

Hubert Burda Media hat im vergangenen Jahr fast die Hälfte seines Umsatzes mit dem Digitalgeschäft erwirtschaftet. Mit einem Plus von 24 Prozent wies das Internetgeschäft die stärkste Dynamik aller Segmente auf. Vorstandsvorsitzender Paul-Bernhard Kallen sieht deshalb auch technologisches Verständnis als Grundvoraussetzung für den Erfolg des Unternehmens und bezeichnet den Konzern als Handelsunternehmen.

Mit dem Bereich Digital hat Hubert Burda Media im vergangenen Jahr 1,16 Milliarden Euro umgesetzt - das sind 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit trug das Segment 47 Prozent zum Gesamtumsatz bei; im Jahr 2011 lag der Anteil bei 43 Prozent. Kein Wunder, dass Vorstandsvorsitzender Paul-Bernhard Kallen das Verständnis für die Technologie als eine der drei Voraussetzungen nennt, um auf den Markt zu bestehen, gefolgt von Einblicken in die Lebenswelten der Konsumenten und kreativen Mitarbeitern.

Als digitale Erlösquellen dienen Einnahmen aus der Werbung, digitale Abos, transaktionsabhängige Werbeerlöse (gemeint sind Provisionen, wie sie Holidaycheck von seinen Partnern erhält) und E-Commerce. "Unsere Fashionmarken sind mittlerweile alle so aufgestellt, dass sie erfolgreiche E-Commerce-Modelle betreiben. Die Moderedakteure stellen in den Heften die internationalen Trends vor, online findet die Leserin dann direkt zu den Produkten. Hier kooperieren wir mit erfolgreichen Partnern", so Kallen im Geschäftsbericht. Aber auch der klassische Handel mit eigenen Produkten im Internet ist für Burda ein Wachstumsfeld: "Wir folgen dem Konsumenten an den Point of Sale, der zunehmend im Netz ist." Burda werde auf diesem Weg auch zum Handelsunternehmen.

Um erfolgreich zu sein, reiche es nicht aus, Inhalte aus der Printwelt eins zu eins digital auszuspielen, erklärt Kallen. "Wir schaffen auf Basis eines profunden Verständnisses des Consumer Internets neue, andere Digitalprodukte." Um das Portal Focus.de zum Beispiel habe der Konzern ein erfolgreiches Geschäft im Bereich Partnerschaft durch Elitepartner oder im Bereich Gesundheit und Arztwahl durch Jameda etabliert.

Burdas Digitalgeschäft beruht auf sechs Säulen: Burda Consumer Tech Group mit der Chip-Gruppe und den E-Commerce-Beteiligungen Cyberport und computeruniverse; Tomorrow Focus; der Dienstleister Burda Direkt Services; der Haustierbedarf Zooplus; das Business-Netzwerk Xing; die Finanzbeteiligungen über DLD Ventures mit der gleichnamigen Konferenz. Der Konzernumsatz belief sich 2012 auf 2,46 Milliarden Euro, ein Plus von 13 Prozent. Auch die anderen drei Geschäftsbereiche Verlag Inland, Verlag Ausland und Druck waren profitabel.

Auch für das laufende Jahr erwartet der Konzern ein zweistelliges Wachstum. Dazu beitragen wird auch die deutschsprachige Ausgabe des US-Blogs Huffington Post, die im Herbst von Tomorrow Focus verantwortet wird. Die Tochter-AG hat im ersten Quartal 2013 einen Umsatz von 46,2 Millionen Euro gemacht, 27 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Das Plus ist auf das Segment Transaktionen zurückzuführen, der Umsatz aus den Bereichen Vermarktung und Technologie ist zurückgegangen.

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