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Amazon-Gründer

Gerücht: Will Jeff Bezos wirklich CNN kaufen?

Shutterstock / JHVEPhoto
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In US-Finanzkreisen grassiert ein spannendes Gerücht. Angeblich sei Amazon-Gründer Jeff Bezos am Kauf des US-Fernsehsenders CNN interessiert. Es wäre nicht Bezos' erster Ausflug in die Medienwelt: Die "Washington Post" gehört ihm schon.

Es gibt Gerüchte, dass Amazon-Gründer Jeff Bezos ein Angebot zur Übernahme des Kabelfernsehsenders CNN vorbereitet, das meldet der Branchendienst "Broadband TV News", ohne genauere Quellen zu nennen. Wie der Dienst weiter schreibt, würden allerdings Personen aus Bezos' Umfeld das Thema auffällig herunterspielen. So habe Charles Gaspario, leitender Korrespondent von Fox Business, getwittert, es gebe "kein bevorstehendes Geschäft", trotz "zügelloser Spekulationen von Investmentbankern".

AT&T möchte Bilanz aufbessern

Fakt ist jedoch, dass der derzeitige Eigentümer AT&T mit CNN nicht glücklich ist. Der 1980 vom Medienunternehmer Ted Turner gegründete Sender war der erste, der ausschließlich Nachrichten brachte, keine Spielfilme oder Shows. Turner verkaufte CNN 1996 an den Medienkonzern Times-Warner, der seinerseits 2018 für rekordverdächtige 85 Milliarden US-Dollar von AT&T gekauft wurde und heute WarnerMedia heißt. Diese Riesen-Summe macht dem Telekommunikationsriesen offenbar Probleme. AT&T könnte versuchen, seine Bilanz durch den Verkauf von Unternehmen aus dem Warner-Imperium aufzubessern.

Nahrung erhält dieses Gerücht durch Berichte von Sommer 2020. Damals meldeten US-Medien, dass AT&T WarnerMedia angewiesen habe, die berühmte CNN-Zentrale in Atlanta (siehe Aufmacherbild) zu verkaufen, um den Schuldenberg der Konzernmutter zu verkleinern. Mit 150 Milliarden US-Dollar steht AT&T demnach angeblich in der Kreide, so berichtete das US-News-Portal Deadline. Ein Verkauf der Immobilie im Stadtzentrum der Hauptstadt des US-Bundesstaates Georgia sollte Teil von Verschlankungsmaßnahmen in einem Gesamtumfang von zehn Milliarden Dollar sein. Nur um einen Vergleich zu haben: Die Marktkapitalisierung des Axel Springer Konzerns liegt derzeit bei vergleichsweise schmalen 6,8 Milliarden Euro, umgerechnet rund acht Milliarden Dollar.

Bezos wäre reich genug

Ob das Gerücht über Bezos' Interesse an CNN echt ist oder nur gestreut wird, um den Preis des Senders zu steigern, muss sich zeigen. Tatsache ist allerdings, dass Bezos genügend Geld hat, sein aktuelles Privatvermögen wird auf 101 Milliarden US-Dollar beziffert. Und ein Interesse an Medien, die eher liberal als konservativ ticken, hat er auch schon unter Beweis gestellt. Im Jahr 2013 kaufte Bezos die renommierte "Washington Post", für den - im Umfeld dieses Artikels - beinahe lächerlichen Preis von 250 Millionen Dollar.

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