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Yahoo meldet Umsatzeinbußen

Yahoo meldet Umsatzeinbußen Einbruch im Display-Geschäft

Setzt auf Akquisitionen: Mayer

Setzt auf Akquisitionen: Mayer

Die Stimmung bei Yahoo soll ein Jahr nach dem Einstieg von Marissa Mayer als CEO besser geworden sein - doch die Zahlen lassen weiter zu wünschen übrig. Im zweiten Quartal 2013 erwirtschaftete der Internetkonzern sieben Prozent weniger Umsatz. Besonders dramatisch sind die Einbußen im Geschäft mit der Display-Werbung.

Seit einem Jahr leitet Marissa Mayer das Unternehmen, doch Yahoos Mitarbeiter und Aktionäre müssen weiter auf den Aufschwung warten. Der Umsatz sank im zweiten Quartal 2013 um sieben Prozent auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn stieg aufgrund von Sparmaßnahmen wie Produkteinstellungen, der Abschaffung unprofitabler Bereiche und Kündigungen um 46 Prozent auf 331 Millionen US-Dollar.

Die größten Einbußen verbuchte der Konzern im Bereich Display-Werbung. Hier verringerte sich der Umsatz verglichen mit dem Vorjahresquartal um zwölf Prozent auf 472 Millionen Euro - und sank damit im gleichen Maß wie die Preise pro verkaufter Anzeige. Die Zahl der verkauften Anzeigen ging ebenfalls zurück, allerdings nur um zwei Prozent.

Im Segment Suchmaschinen-Werbung sank der Umsatz um neun Prozent auf 418 Millionen US-Dollar. Zwar erhöhte sich die Zahl der bezahlten Klicks um 21 Prozent, der Effekt wurde jedoch durch niedrigere Klickpreise (minus acht Prozent) und erhöhte Zahlungen an Partner (plus fünf Prozent) neutralisiert.

Yahoo kooperiert in der Websuche seit 2009 mit Microsoft. Ursprünglich war von jährlichen Mehreinnahmen von 500 Millionen US-Dollar für Yahoo die Rede. Das Gegenteil ist eingetreten: Der Umsatz pro Suchanfrage liegt unter dem, den der Internetkonzern vor der Zusammenarbeit erwirtschaftete, als er Suche und Suchwortvermarktung in Eigenregie betrieb. Mayer versucht deshalb, die Verbindung zu lösen, bisher ohne Erfolg. 

US-Markt entscheidet über Bilanz

Der US-Markt ist für Yahoo entscheidend: 73 Prozent des Umsatzes entfällt auf die Vereinigten Staaten, im Vorjahresquartal waren es fünf Prozentpunkte weniger. Die Aktivitäten des Konzerns in Europa, Afrika und dem Nahen Osten hatten einen nur Anteil von neun Prozent (minus ein Prozentpunkt), die in der Region Asien-Pazifik trugen 18 Prozent zum Gesamtumsatz bei (minus vier Prozentpunkte).

"Yahoos Leistung im zweiten Quartal ermutigt mich", zeigte sich Mayer bei der Präsentation der Zahlen überzeugt. "Wir haben mehr Produkte auf den Markt gebracht als je zuvor, ungefähr ein wichtiges neues Produkt pro Woche." Dazu zählen die neuen Nachrichtenseiten, ein überarbeitetes Mailprogramm für Tablets und die Aktualisierung des Fotodienstes Flickr. Zudem brachte Mayer zwei neue Anzeigenformate an den Start. Darüber hinaus war der Internetkonzern in den vergangenen drei Monaten auf Einkaufstour und hat neun Unternehmen übernommen - ein klarer Hinweis darauf, dass Mayer es Yahoo nicht zutraut, den Aufschwung mit eigenen Innovationen zu schaffen. Die teuerste Akquise war die der Blogging-Plattform Tumblr für 1,1 Milliarden US-Dollar.

Auch im ersten Quartal 2013 waren die Umsätze mit Display- und Suchmaschinen-Werbung deutlich zurückgegangen. Als Folge hat Yahoo die Prognose für das Gesamtjahr leicht nach unten korrigiert und peilt statt 4,5 bis 4,6 Milliarden Dollar nun 4,45 bis 4,55 Milliarden US-Dollar an.

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