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Axel Springer: Tagesschau-App verzerrt den Wettbewerb (Foto: Fotolia.de/Butch)

Axel Springer: Tagesschau-App verzerrt den Wettbewerb

Die Ankündigung der ARD, die Tagesschau als kostenlose Applikation fürs iPhone anzubieten, hat beim Axel Springer Verlag für "Befremden" gesorgt. Kein Wunder, will doch Springer mit Bezahlinhalten fürs Handy Kasse machen.

"Wir haben die Ankündigung der ARD, ein kostenloses Applet der Tagesschau in Apples AppStore anzubieten, mit Befremden zur Kenntnis genommen", teilte Unternehmenssprecherin Edda Fels mit. Bei Springer hatte man offensichtlich auf eine Reduzierung des Onlineangebots des öffentlich-rechtlichen Senders gesetzt: "Wir gingen davon aus, dass die vorhandenen Gebühren schon nicht mehr zur Finanzierung des bestehenden Angebots ausreichen. Deshalb wundern wir uns, dass im Vorfeld der geplanten Gebührenumstellung das Angebot sogar erweitert werden soll."

Auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), in dem der Axel Springer Verlag mit seinen Zeitungen vertreten ist, kritisiert das Vorhaben, Inhalte der Tagesschau kostenlos für Smartphones anzubieten. Damit drohe der gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Sender, ein neues Geschäftsfeld der privatwirtschaftlich organisierten Presse bereits im Ansatz zu zerstören.

Tagesschau.de soll im ersten Quartal 2009 für mobile User erreichbar sein, sagte Kai Gniffke, Erster Chefredakteur von ARD aktuell, in einem Interview. Er sieht sein Angebot nichts als Konkurrenz zu den Angeboten der Verlagshäuser. Dafür befasse sich die Tagesschau zu wenig mit Vermischtem oder Sport: "Es ist nicht unsere Aufgabe, ein Ranking der schönsten News-Ladys zu präsentieren oder eine Tiger-Woods-Fotostrecke. Wir bewegen uns weiter auf unserem angestammten Korridor, auf dem wir aber weiter Maßstäbe setzen wollen."

Axel Springer bietet Onlineinhalte zunehmend nur noch gegen Bezahlung an. Vor zwei Wochen war der Verlag mit kostenpflichtigen Apps für die mobile Nutzung von Bild.de und Welt.de gestartet, seit einer Woche müssen die User für Lokalnachrichten von Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt zahlen.

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