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Foursquare- und Groupon-CEOs über Location Based Services

Foursquare- und Groupon-CEOs über Location Based Services Trotz Wachstum am Boden bleiben

Das Lokale ist das Markenzeichen ihrer Unternehmen: Die CEOs Andrew Mason und Dennis Crowley sprachen auf der DLD Conference über ihre Unternehmen Groupon und Foursquare, das raketenhafte Wachstum und Gespräche mit Banken über einen Börsengang.

"Ich denke, wie sind in erster Linie sozial - und erst in zweiter lokal", sagt der Foursquare-Gründer. Der Geotagging-Dienst sollte Städte für deren Besucher einfacher machen, so Crowley, "das Marketing kam erst später dazu."

Groupon sei aus dem Gruppengedanken entstanden, erklärt Mason die Entstehung seines Unternehmens. Rabatte spielten dabei nicht die größte Rolle: "Ich sehe uns mehr als Webseite für lokalen E-Commerce." Kleine Unternehmen hätten oft nicht das Budget für große Kampagnen, bei Groupon könnten sie die Kunden in ihrer Nähe erreichen. "Wir sind von der Perspektive des Nutzers ausgegangen und haben uns gefragt: Wäre es nicht cool, wenn sie solche Rabatte bekämen?"

Entscheidend in der Wachstumsphase ist die Firmenkultur: "Wir haben in New York Leute eingestellt, die wir kannten, die sich leidenschaftlich für Foursquare begeistern konnten", so Crowley. Jetzt gelte es, bescheiden zu bleiben. Mason stimmt ihm zu: "Wir müssen aufpassen, dass die Mitarbeiter nicht zu euphorisch werden." Trotz der bisherigen Erfolge dürfe man sich nicht zu schnell zufrieden geben. "Wir müssen uns ständig weiterentwickeln."

Ãœbernahmeangebote wie das von Yahoo hat Crowley abgewiesen, um seine eigene Richtung verfolgen zu können. "Wir haben erst 20 Prozent unserer Ideen umgesetzt, das ist zu früh für einen Verkauf." Die Investoren hätten den Wunsch nach Unabhängigkeit unterstützt.

Auch Mason hat im Dezember ein Milliarden schweres Angebot von Google abgelehnt, um eigenständig bleiben zu können. "Wir wissen noch nicht, wo die Reise hingeht." Ein Börsengang sei jedoch wünschenswert. Die Gespräche mit den Banken laufen bereits. Jüngsten Bewertungen zufolge ist das Gutscheinportal 15 Milliarden US-Dollar wert. In den nächsten Monaten will das 2008 gegründete Start-up an die Börse gehen. Federführend dabei sein will die Bank Goldman Sachs, deren Chef Lloyd Blankfein dafür persönlich bei den Gründern warb.

Foursquare will in Kürze auch eine deutsche Version anbieten - und arbeitet für seinen ursprünglich 2010 geplanten Deutschlandstart mit der Telekom zusammen. Wie der Dienst in das mobile Angebot des Telekommunikationskonzerrns integriert werden soll, steht jedoch noch nicht fest.

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