INTERNET WORLD Logo Abo
"Unsere Macht ist die Reichweite": "Sulzberger und Burda über die Zukunft des Verlage #dld #live

Sulzberger und Burda über die Zukunft der Verlage "Unsere Macht ist die Reichweite"

Wie sieht die Zukunft der Verlage aus? Oder ist sie etwa schon vorbei? Das war das Thema von Verleger Hubert Burda und Arthur Sulzberger, Chairman der News York Times, beim Auftakt der DLD Conference.

"Wir sollten uns vom Wort Verlag verabschieden", sagt Sulzberger. Es geht um die Qualität der Inhalte, unabhängig davon, wo sie veröffentlicht werden. "Unsere Macht besteht darin, wie viele Leser wir erreichen - egal über welches Medium."

Burda sieht die Medienlandschaft aufgeteilt in die klassischen Medien wie Zeitungen und die neuen Medien - "beide haben ihre Berechtigung". Ein Drittel der Umsätze seines Konzerns würden im Internet gemacht, allerdings vor allem im Bereich E-Commerce. "Eine große Enttäuschung für uns war, dass die Werbeeinnahmen mit Focus Online nur ein Zehntel derer betragen, die wir mit der Printausgabe des Focus machen."

Sulzberger glaubt an Werbeeinnahmen im Netz: "80 Prozent unserer Top-50-Werbetreibenden der Printausgaben werben auch online bei uns." Journalismus sei in Zeiten des Internets genau so wichtig wie früher: "Lügen verbreiten sich schneller als die Wahrheit, deshalb brauchen wir guten Journalismus." Es werde immer genug Menschen geben, die bereit sind, für Artikel zu zahlen, auch im Netz. Es gebe eine Regel: Wer zwei Jahre die Printausgabe abonniert habe, sei ein lebenslanger Kunde. "Wir haben den Anspruch, dort zu sein, wo Menschen uns lesen wollen." Zeitungen werde es noch lange geben. 

Dem stimmte Verleger Dirk Ippen zu und zitierte Mark Twain: "Nachrichten über mein Ableben sind übertrieben. Zeitungen in Deutschland haben allen Grund optimistisch zu sein." 

Das könnte Sie auch interessieren