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Studie Big Context veröffentlicht

Studie zu Big Data Rechtliche Hürden sind nicht das Problem

Die Bedeutung von Daten in der Werbung nimmt immer mehr zu. Trotzdem besteht bei Marketern und Agentur-Insidern nach wie vor großer Nachholbedarf.

Daten werden die Markenkommunikation stark beeinflussen. Das erwarten der Studie Big Context der Multichannel-Agentur Interone zufolge 65 Prozent der Marketer in Unternehmen und Agenturen. Die Untersuchung basiert auf der Befragung von 400 Marketingverantwortlichen aus Unternehmen und Agenturen im Zeitraum Februar bis März 2013.

Die zentralen Ergebnisse: Es sind vor allem kulturelle Hürden und weniger rechtliche Einschränkungen oder technische Hemmnisse, welche die Nutzung von Daten ausbremsen. So geben 38 Prozent der Befragten zu, dass sie gar nicht wissen, welche Daten im eigenen Unternehmen zur Verfügung stehen; 37 Prozent fehlt die Kultur im Umgang mit Daten, und lediglich neun Prozent führen rechtliche Hürden als Problem an.

Dafür glauben 83 Prozent der befragten Marketer, bessere Entscheidungen zu treffen, je mehr Daten ihnen zur Verfügung stehen. Dabei sind für die große Mehrheit (72 Prozent) der Marketer Daten primär im Vorfeld einer Kampagne relevant. Während einer laufenden Kampagne versprechen sich lediglich 13 Prozent von den digitalen Informationen den größten Nutzen. Diesen sehen 28 Prozent der Befragten in einem besseren Verständnis der Zielgruppe. Jeder Fünfte verspricht sich davon eine effizientere Kommunikation, und immerhin 13 Prozent möchten die Daten für neue Produkte und Services nutzen. 

Als die wichtigsten Datenquellen nennt die Studie Quantified Self, Big Data und Open Data. Jede Datenquelle verkörpert einen anderen Umgang mit Daten. Quantified Self bezeichnet einen neuen digitalen Lifestyle, bei dem Menschen ihre alltäglichen Verhaltensweisen selbst aufzeichnen und analysieren. Big Data beschreibt die Unternehmenspraxis, große und vielfältige Datenmengen in kürzester Zeit zu analysieren. Open Data ist eine gesellschaftliche Initiative, deren Ziel es ist, Daten öffentlich zugänglich zu machen, um mehr Transparenz zu erzeugen oder neue Services zu kreieren. Marketer und Agentur-Insider haben hier noch großen Nachholbedarf: 50 Prozent haben noch nie von Quantified Self gehört, 39 Prozent wissen nicht, was Open Data ist, und 34 Prozent können nichts mit Big Data anfangen.

Eine frühere Umfrage im Auftrag des Bitkom hat außerdem ergeben, dass nur rund 15 Prozent der Bundesbürger den Begriff Big Data und seine Bedeutung kennen. Jedem zweiten ist Big Data sogar völlig unbekannt. 

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