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Bild: Fotolia / Xiller

Werbedruck in Deutschland wächst minimal Online gewinnt, Kino verliert

Um rund ein Prozent ist der Bruttowerbemarkt in Deutschland in den ersten neun Monaten gewachsen, melden die Marktforscher von Nielsen. Dabei steht einem ordentlichen Wachstum von 18,2 Prozent im Online-Bereich ein deutliches Minus bei den meisten anderen Werbegattungen gegenüber. Am schlimmsten erwischte es die Kino-Werbung mit einem Rückgang um 8,2 Prozent.  

Auf 18,2 Millarden Euro beziffert Nielsen das deutsche Brutto-Gesamtwerbevolumen in den ersten drei Quartalen 2012. Diese Zahl liegt nur rund ein Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, was auf einen schwachen Juli (-2,2 Prozent) zurückzuführen ist. Auch im Herbst belebte sich der Werbemarkt nicht wirklich.

Für den letztlich positiven Trend verantwortlich zeichnen ausschließlich Medien, die Strom verbrauchen: Internet-Werbung legte laut Nielsen um 18,2 Prozent zu, Radiowerbung verzeichnete 5,2 Prozent Plus und TV-Werbung konnte sich um 2,6 Prozent steigern.

Damit verteidigt das Fernsehen seine Position als größter Werbeträger im Land - was auch am Werbeverhalten wichtiger E-Commerce-Player liegt. Längst beschränken sich große Internet-Unternehmen nicht mehr auf Werbung im Internet, sondern schalten auch teure TV-Kampagnen. Zwar hat Top-Werber Zalando seine Ausgaben um 24 Millionen Euro reduziert, was aber in der Gesamtbeschau durch zusätzliche Werbe-Aufwendungen von eBay in etwa kompensiert wurde. Insgesamt überschritt der E-Commerce-Sektor in den ersten drei Quartalen die Marke von 500 Millionen Euro Brutto-Werbevolumen, was einer Steigerung von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Durch große Etatsteigerungen fielen etwa die E-Commerce-Sparte von Media Markt, Planet Sports, HRS, Comvel und Unister auf.

Einbußen verzeichnen mussten die Werbesparten Außenwerbung (-2,6 Prozent) und Print (-5,1 Prozent). Interessant im Printbereich: Die Verluste bekamen vor allem Tageszeitungen und Publikumstitel zu spüren, während die Fachzeitschriften den Vorjahresstand im Wesentlichen halten konnten. Am härtesten vom Rückgang betroffen war die Kinowerbung mit -8,2 Prozent. Doch hier sehen die Nielsen-Forscher Licht am Ende des Tunnels: Im August und September belebte sich das Geschäft in den Lichtspielhäusern wieder - und der nahende, neue James-Bond-Thriller "Skyfall" könnte zusätzliche Impulse bringen.

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