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Jay Z und die Luxusuhrenmarke Hublot

Digitale Markenstrategie Jay Z und die Luxusuhrenmarke Hublot

Rapper Jay Z

Rapper Jay Z

Wie können ein Luxusuhrenhersteller, eine Modefirma und eine Webseite über Rap-Texte gemeinsam Marketing machen? Das war ein Thema auf der Digital Live Conference, die seit Sonntag in München stattfindet.

Welchen Unternehmen bringt das Internet die größten Vorteile? "Egal, ob eine Marke modern oder traditionell ist, alle Marken können von der Digitalisierung profitieren", erklärt Jean-Claude Biver, Aufsichtsratsvorsitzender des Uhrenfabrikanten Hublot. "Die digitale Welt halt nicht nur den Vorteil, viele Menschen zu erreichen, sondern wir erreichen darüber auch die Kunden von morgen - und jene, die niemals Kunden sein werden." Angela Missoni stimmt ihm zu: "Das Internet ermöglicht, auch mit kleinem Budget der Welt große Geschichte zu erzählen", sagt die Tochter der Gründer, die Creative Director von Missoni ist.

Hublot geht im Marketing neue Wege und arbeitet mit dem Rap-Star Jay Z zusammen. "Ich sah Jay Z eine unserer Uhren tragen - und hab ihn kontaktiert, da mein Sohn ihn wichtig findet", so Biver. Dieser habe nicht Markenbotschafter sein wollen, da er Fabrikate vieler Hersteller trage. "Doch dann haben wir eine Uhr nur für ihn gebaut und seitdem kommt Hublot in seinen Songs vor." Welche Marken in welchen Texten genannt werden, können Fans auf RapGenius sehen - so wird das Marketing ins Netz verlängert.

RapGenius entwickelt sich seinerseits Richtung Mode: Das Portal für Rap-Texte startet demnächst eine Fashion-Seite, auf der auch Missoni vertreten ist. "Für alle, die die Jugend erreichen möchten, ist Hip Hop wichtig", so Mitgründer Mahbod Moghadam. Sein Unternehmen will - auf zwei ganz unterschiedlichen Wegen - den  Kleiderschrank seiner Mitglieder erobern. Einerseits soll es künftig einen Button geben, über den jeder Nutzer seinen Kommentar auf ein T-Shirt drucken lassen kann, andererseits will RapGenius einen Kaschmirpulli herstellen lassen "und zwar den teuersten, den man sich vorstellen kann, mit einem Rap-Spruch drauf, den Community-Mitglieder mit vielen Punkten bei uns günstiger bekommen."

Mode ist ein Statement. "Für manche Menschen ist die Uhr ein Kommunikationsinstrument. Über die Uhren, die sie tragen, teilen sie anderen etwas mit, und deshalb muss die Marke von anderen erkannt werden", so Biver. Eine Smart Watch aus seinem Unternehmen kann er sich nicht vorstellen. "Wir verkaufen Uhren, die Tradition, Kunst und Liebe verkörpern. Liebe ist ewig. Da kann ich keine Uhr verkaufen, die in einem Jahr technisch überholt ist und fünf Jahren niemand mehr reparieren kann."

Auch jenseits der DLD Conference: Smart Wearables werden im nächsten Jahr ihren Durchbruch erleben. Zu den Produkten zählen derzeit vor allem Smartwatches und Armbänder mit Sensortechnik.

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