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Google bezahlt für Adblock Plus

Streit um Adblock Plus Google zahlt

Werbung von Google steht bei Adblock Plus auf der Liste der genehmigten Anzeigen und ist trotz der Unterdrückung auf den Bildschirmen der Nutzer zu sehen. Dafür unterstützt der Internetkonzern den Adblocker-Anbieter finanziell - und steht damit nicht alleine da.

Adblock Plus ist eine Software zur Ausblendung von Anzeigen. Firmen können jedoch beantragen, ihre Werbung auf eine sogenannte Whitelist setzen und damit auch den Nutzern des Adblocker-Programms präsentieren zu lassen. Für kleinere Webseiten und Blogs ist das kostenfrei, größere Unternehmen müssen dafür zahlen. Als Grund nennt der Anbieter der Software zur Werbeunterdrückungen auf seiner Seite den "erheblichen Aufwand" für die Betreung der genehmigten Ausnahmen dar.

Zu den Unternehmen, die Adblock Plus bezahlen, gehört auch Google. "Adblock Plus hat angekündigt, dass Suchmaschinen-Anzeigen und gesponserte Ergebnisse bei Google und auf AdSense-Such-Partner-Webseiten für die 'Acceptable Ads'-Liste geeignet sind. Diese Liste umfasst bereits eine Reihe von AdSense-Such-Partnern sowie Anzeigen auf Amazon, Reddit und Yandex", teilte ein Google-Sprecher der INTERNET WORLD Business mit. Die Höhe des Betrags will der Konzern nicht nennen.

Der Blogger Sascha Pallenberg hatte auf Mobilegeeks.de Ende Juni 2013 schwere Vorwürfe gegen den Adblocker-Anbieter erhoben: "Finger weg von Adblock Plus. Die haben hier wirklich ein einmaliges Werbenetzwerk mit Erpressungs-Potential geschaffen", schrieb er unter dem Titel "Einblicke in ein mafiöses Werbenetzwerk". Sein Vorwurf: Hinter Adblock Plus stünden "offenbar finanzstarke 'strategische Partner' aus der Werbeindustrie, die nun endlich ihre bisherigen Investitionen zu Geld machen wollen. Das erfolgreiche Add-on entpuppt sich damit schlagartig als perfide konzipiertes Hintertürchen".

Till Faida, Mitbegründer von Adblock Plus, wies die Vorwürfe zurück. Auch seien nahestehende Unternehmen nicht begünstigt worden: "Dass Firmen aus dem persönlichen Netzwerk als Testkandidaten in einzelnen Fällen frühzeitig an der Acceptable-Ads-Initiative teilgenommen haben ist naheliegend und keinesfalls ein Skandal". Schließlich stehe das Whitelisting allen Websites gleichermaßen offen und die Community entscheidet final über jeden Vorschlag.

Im Mai 2013 hatten sich große Nachrichtenportale wie Spiegel Online und Zeit Online zu einer Kampagne gegen die Nutzung von Werbe-Unterdrückern zusammengeschlossen. Adblock Plus beantwortete die Kampagne mit einem Gegenappell.

Google selbst hat im März 2013 alle Apps, die Anzeigen auf Android-Geräten blockieren, aus dem hauseigenen Marktplatz Play entfernt.

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