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United Internet AG legt Halbjahreszahlen vor Fünf Prozent mehr Gewinn

United Internet hat im ersten Halbjahr 2010 seinen Umsatz um 14,1 Prozent auf 930,8 Millionen Euro gesteigert. Auch beim Gewinn legte der Internetkonzern zu. Weniger konnte dagegen das SmartPad überzeugen. Der Konzern wirft es deshalb wieder aus dem Programm.

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,8 Prozent auf 182,0 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag wegen erhöhten Abschreibungen infolge des erworbenen freenet-DSL-Kundenbestands mit 142,2 Millionen Euro um 3,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis je Aktie sank entsprechend auf von 0,36 Euro im ersten Halbjahr 2009 auf 0,34 Euro in den ersten sechs Monaten dieses Jahres.

United Internet hat im Segment Applications, unter dem Cloud-Applications und Onlinemarketingaktivitäten summiert werden, einen Umsatz von 328,2 Millionen Euro erwirtschaftet, das ist ein Plus von 3,7 Prozent. Das Wachstum in diesem Segment wurde gebremst durch eine Vertragsumstellung bei einem Großkunden der Sedo-Tochter affilinet Ende 2009. Dadurch musste die ebenfalls börsennotierte Sedo Holding AG (früher AdLINK Internet Media) für das erste Halbjahr 2010 einen Umsatzrückgang um 22,1 Prozent ausweisen - während das übrige Segment ein Wachstum von 11,0 Prozent verzeichnen konnte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Bereich Applications betrug 118,9 Millionen Euro.

Im Segment "Access" (DSL und Mobile) stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 20,7 Prozent auf 602,2 Millionen Euro. Das EBITDA verbesserte sich um 15,9 Prozent auf 66,2 Millionen Euro.

"Wir blicken auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2010 zurück", sagt Vorstandsvorsitzender Ralph Dommermuth. "Gleichzeitig investieren wir konsequent in die Wachstumsfelder mobiles Internet und Cloud Computing." So startete im zweiten Quartal die neue Cloud-Applikation 1&1 Online Office. Anfang Juli folgte die 1&1 Do-it-yourself-Homepage und die Mobile-Internet-Kampagne. Zudem wurde die Expansion in Polen vorbereitet, die heute beginnt. Das Unternehmen ist in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Frankreich, Rumänien, Spanien und den USA vertreten.

Fürs Gesamtjahr bekräftigt United Internet ihre Prognosen: Der Konzernumsatz soll um rund 15 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro steigen. Das EBITDA wird weiterhin auf dem Rekordniveau von 2009 (356,1 Millionen Euro ohne positive außerordentliche Effekte) erwartet.

Eingestellt wird dagegen der Tablet-PC SmartPad. Von dem Gerät hatte United Internet 25.000 Stück beim Hersteller NEC bestellt. Diese wurden als Zugabe zu DSL-Neuverträgen bereits zum Teil ausgeliefert. Neue werden jedoch nicht bestellt, womit auch der angekündigte freie Verkauf der Tablet-Rechner vom Tisch ist. Unternehmenschef Dommermuth zufolge sind zu lange Lieferzeiten für die Einstellung des Vertriebs ursächlich. Allerdings kam das Gerät in den Testberichten eher schlecht weg, da es in vielen Bereichen unzulänglich sei. Dennoch will United Internet weiterhin im Bereich der Tablet-Rechner aktiv sein und in Zukunft neue Geräte in die Produktpalette aufnehmen.

Auch im ersten Quartal dieses Jahres hatte der Konzern Umsatz und Ergebnis gesteigert. United Internet hat 4.700 Mitarbeitern, mehr als tausend davon in Produktmanagement, Entwicklung und Rechenzentren. Zu dem Unternehmen gehören die Marken Gmx, Web.de, 1&1, united-domains, fasthosts, InterNetX, Sedo und affilinet. Darüber hinaus hält United Internet Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen wie freenet oder Versatel sowie zahlreiche weitere Beteiligungen an jungen Internet-Unternehmen.

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