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Google droht Kartellverfahren der EU

Google droht EU-Kartellverfahren Brüssel knöpft sich die Suche vor

Google soll offenlegen, nach welchen Kriterien es beim Ranking der Suchergebnisse und bei AdWords arbeitet - das fordern europäische Konkurrenten des Internetkonzerns. Jetzt nimmt sich der europäische Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia des Falls an. Ein formelles Verfahren der EU-Kartellaufsicht könnte im Herbst eröffnet werden.

Auslöser für das mögliche Verfahren sind Beschwerden der französischen Suchmaschine Ejustice.fr und des britischen Preisvergleichsportals Foundem. Beide werfen dem Konzern vor, sie bei der Auflistung der Suchergebnisse zu benachteiligen - Nutzer würden von Google auf konzerneigene Dienste gelenkt. Microsofts Meinungs- und Shoppingportal Ciao hat Preise und Nutzungsbedingungen von AdSense beklagt.

"Meine Beamten prüfen derzeit einige Anschuldigungen wettbewerbswidriger Praktiken bei der Internetsuche", sagte der zuständige EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia gegenüber derwettbewerbsbeschwerden-bruessel-knoepft-sich-google-vor/50141145.html: Financial Times Deutschland. "Unsere Arbeit ist in einem frühen Stadium, aber angesichts der Bedeutung der Suche für den Wettbewerb im Onlinemarkt schaue ich mir das sehr genau an."

Sollte das Verfahren tatsächlich eröffnet werden und die Kommission Foundems Auffassung folgen, drohen Google zahlreiche Auflagen durch die EU. Unter anderem könnte der Internetkonzern künftig offenlegen müssen, aus welchem Grund er bestimmte Seiten beim Anzeigendienst Adwords und bei der Suche herabstuft. Auch die Einrichtung einer Beschwerdestelle für betroffene Unternehmen könnte eine Konsequenz sein.

"Mit dem Erfolg kommt die Überwachung", zitiert Bloomberg Googles Juristin Julia Holtz. Das Unternehmen sei zuversichtlich, dass es im Rahmen des europäischen Rechts operiere,

In Frankreich haben die Behörden Google nach einer Beschwerde des Navigationssystemanbieters Navx verpflichtet, dessen Konto im AdWords-Programm wieder zu aktivieren. Der Ausschluss des Navigationsunternehmens sei diskriminierend gewesen.

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