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Logistik 17.06.2020
BIEK KEP-Studie 2020
Logistik 17.06.2020

KEP-Studie

Sendungsvolumen in Deutschland steigt auf 3,65 Milliarden Pakete

BIEK
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Das Sendungsvolumen im deutschen Kurier-, Express- und Paketmarkt hat im Jahr 2019 eine neue Bestmarke erreicht: Es stieg auf 3,65 Milliarden Sendungen. Pro Zustelltag wurden in Deutschland rund sieben Millionen Empfänger mit mehr als 12 Millionen Sendungen beliefert.

Für das Jahr 2019 verzeichnete der Kurier-, Express- und Paketmarkt ingesamt 3,65 Milliarden Sendungen. Das entspricht einem Zuwachs von 3,8 ProzentDie Zahlen stammen aus der KEP-Studie 2020, die der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) heute in Berlin vorgestellt hat. Die Studie wagt zudem eine Abschätzung der möglichen Auswirkungen des Corona-Schocks - und zeigt, dass das KEP-Sendungsvolumen trotz Pandemie bis 2024 auf rund 4,5 Milliarden Sendungen steigen kann.

Die Umsätze im KEP-Markt kletterten im vergangenen Jahr auf 21,3 Milliarden Euro. Bei den Unternehmen waren 2019 insgesamt 244.600 Mitarbeiter beschäftigt, 6.000 mehr als 2018.

B2B-Sendungsvolumen rückläufig

2019 nahmen insbesondere die nationalen Paketsendungen an Endkunden (B2C) weiter an Fahrt auf. Sie legten um 8,6 Prozent zu. Die Anzahl der nationalen B2B-Paketsendungen dagegen sank um 2,8 Prozent.  Als Ursachen für den Rückgang nennt die Studie die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die rückläufige inländische Produktion in Kundenmärkten, wie dem Fahrzeug- und Maschinenbau, sowie die zunehmenden handelspolitischen Unsicherheiten, verbunden mit protektionistischen Maßnahmen wichtiger Handelspartner. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die B2B-Sendungen mit der prognostizierten wirtschaftlichen Erholung der Märkte nach der Corona-Pandemie künftig wieder zulegen werden. 

Rund 60 Prozent der gewerblichen Niederlassungen in Deutschland nutzen KEP-Leistungen täglich. B2B-Sendungen machten 2019 rund 44 Prozent aller KEP-Sendungen aus, das entspricht 1,6 Milliarden transportierten B2B-Sendungen. 

Marten Bosselmann, Vorsitzender des BIEK, erläutert dazu: "Die öffentliche Diskussion über nachhaltige urbane Logistikkonzepte kann mitunter den Eindruck vermitteln, dass KEP-Dienste vor allem privaten Haushalten zugutekämen. Das lässt außer Acht, dass sie in Städten und Ballungsräumen für die Wirtschaft essenziell sind. KEP-Dienste beliefern zuverlässig Handel, Industrie, Gewerbe, Handwerk und Dienstleistungsunternehmen mit dringend benötigten Waren und Gütern. Das untermauert die Systemrelevanz der KEP-Branche, erst recht in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie."

KEP-Dienste von Corona schwer betroffen

Der KEP-Markt ist von den Folgen des Corona-Schocks erheblich betroffen, wenn auch je nach Marktsegment sehr unterschiedlich. Während das Volumen der Sendungen an Endverbraucher (B2C) im April das Niveau der Vorweihnachtszeit erreichte, ist durch die heruntergefahrene Wirtschaft ein deutlicher Rückgang des B2B-Sendungsvolumens zu erwarten. 
 
Dennoch bliebe - so der Bundesverband Paket und Expresslogistik in einer Pressemitteilung - die Leistungsfähigkeit der KEP-Unternehmen sowie die gewohnt gute Servicequalität erhalten. Der Schutz der Mitarbeiter habe oberste Priorität. "Die Corona-Krise zeigt, dass auf die KEP-Dienste Verlass ist. Mehr noch: Sie sind unerlässlich für die sichere Versorgung im Land und damit systemrelevant. Das gilt für Krankenhäuser und Labore genauso wie für Endverbraucher und die Wirtschaft insgesamt", so Marten Bosselmann.

Weiteres Wachstum trotz Corona denkbar

Da die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht konkret abzusehen sind, zeigt die KEP-Studie mögliche mittelfristige Entwicklungen des KEP-Marktes in mehreren Szenarien. Bis 2024 kann von einem Wachstum ausgegangen werden, das pro Jahr zwischen 3,6 Prozent und 4,2 Prozent liegt. Im besten Fall stiege somit das Sendungsvolumen auf 4,48 Milliarden, im schlechtesten Fall auf 4,35 Milliarden Sendungen.
 
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