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Logistik 22.03.2021
Logistik 22.03.2021

Neuer Nachhaltigkeitsfahrplan Post: Sieben Milliarden Euro für klimaneutrale Logistik

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Bis 2030 will die Deutsche Post DHL Group sieben Milliarden Euro in klimaneutrale Logistik investieren. Die Mittel fließen vor allem in alternative Kraftstoffe für den Luftverkehr, in den Ausbau der emissionsfreien E-Fahrzeug-Flotte und in klimaneutrale Gebäude.

Die Deutsche Post DHL Group erhöht das Tempo bei der geplanten Dekarbonisierung des Unternehmens. Dazu investiert der Logistikonzern in den nächsten zehn Jahren insgesamt sieben Milliarden Euro (Opex und Capex) in Maßnahmen zur Reduzierung seiner CO2-Emissionen. Die Mittel fließen insbesondere in alternative Kraftstoffe für den Luftverkehr, in den Ausbau der emissionsfreien E-Fahrzeug-Flotte und in klimaneutrale Gebäude. 

Auf dem Weg zum bereits seit vier Jahren geltenden Null-Emissions-Ziel bis 2050 verpflichtet sich das Unternehmen zu neuen, ambitionierten Zwischenzielen und beschleunigt damit seinen Fahrplan zur Dekarbonisierung.

So beschließt Deutsche Post DHL Group als Teil der "Science Based Targets" Initiative (SBTi) konkrete Ziele zur Reduktion seiner Treibhausgasemissionen bis 2030 im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen.

Die Klimaziele sind Teil des neuen Nachhaltigkeitsfahrplans von Deutsche Post DHL Group, in der das Unternehmen seine Ziele hinsichtlich "Environmental Social Governance" (ESG) für die kommenden Jahre festschreibt. Über sein Engagement für die Umwelt hinaus definiert der Konzern darin auch klare Ziele und Maßnahmen für die Bereiche soziale Verantwortung und Governance.

Vorstandsvergütung soll mit nachhaltiger Entwicklung verknüpft werden

Vorstand und Aufsichtsrat von Deutsche Post DHL Group werden den Aktionären bei der nächsten Hauptversammlung vorschlagen, das Vergütungssystem für den Vorstand noch stärker mit der nachhaltigen Unternehmensentwicklung zu verknüpfen. Künftig soll die Erreichung der ESG-Ziele bei der Berechnung der Vorstandsvergütung herangezogen werden. Damit will der Konzern nach eigenen Angaben ein klares Signal dafür senden, dass das Bekenntnis zu nachhaltigem Wirtschaften bei Deutsche Post DHL Group höchste Priorität habe.

"Als weltgrößter Logistiker ist es unsere Verantwortung, voranzugehen und die Logistik-Branche in eine nachhaltige Zukunft zu führen. Wir machen aus unserem gelben Konzern ein grünes Unternehmen und leisten damit einen wichtigen Beitrag für unseren Planeten und die Gesellschaft", sagt Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL Group. "Ich bin überzeugt: Indem wir unsere ESG-Ziele noch stärker in den Fokus rücken, bleiben wir erste Wahl für Kunden, Mitarbeiter und Investoren - und schaffen damit die Grundlagen für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg".

Im Jahr 2017 hatte der Konzern das Ziel ausgegeben, seine Treibhausgasemissionen bis 2050 netto auf null zu reduzieren. Das Unternehmen bietet dazu nach eigenen Angaben zahlreiche Lösungen, um Lieferketten nachhaltiger zu gestalten und seinen Kunden dabei zu helfen, ihre Umweltziele zu erreichen. Mit der 2019 eingeführten "Strategie 2025" wurde Nachhaltigkeit zu einem elementaren Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Frank Appel: "Covid-19 hat die großen Megatrends unserer Zeit noch einmal verstärkt: Globalisierung, Digitalisierung, E-Commerce und Nachhaltigkeit - die vier Treiber unserer 'Strategie 2025'. Von all diesen Themen ist Nachhaltigkeit die drängendste Herausforderung. Mit unserer ESG-Roadmap verstärken wir unsere Anstrengungen und fördern damit explizit die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen."

Ziel bis 2030: 60 Prozent der Lieferfahrzeuge elektrisch

Im Kampf gegen den Klimawandel verpflichtet sich Deutsche Post DHL Group im Rahmen der Science Based Targets Initiative zu ehrgeizigen CO2-Reduktionszielen. So geht der Logistiker davon aus, dass sein CO2-Ausstoß ohne die Maßnahmen des neuen Nachhaltigkeitsfahrplans im Jahr 2030 rund 46 Millionen Tonnen betragen würde. Im Jahr 2020 lag er bei 33 Millionen Tonnen. Heute verpflichtet sich das Unternehmen, den jährlichen CO2-Ausstoß des Konzerns bis 2030 auf unter 29 Millionen Tonnen zu reduzieren und zwar trotz des erwarteten weiteren kräftigen Wachstums der weltweiten Logistikaktivitäten.

Für kurze Distanzen und die letzte Meile treibt der Konzern die Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte weiter voran. Bis 2030 sollen 60 Prozent der weltweiten Lieferfahrzeuge für die letzte Meile elektrisch angetrieben werden - damit werden für das Unternehmen mehr als 80.000 E-Fahrzeuge auf der Straße sein. 2020 waren es 18 Prozent. 

Auf längeren Strecken, insbesondere im Luftverkehr, stellen elektrische Antriebe auf absehbare Zeit keine Alternative dar. Deshalb forciert Deutsche Post DHL Group die Entwicklung und den Einsatz von Kraftstoffen, die aus nachhaltigen Rohstoffen und erneuerbaren Energien hergestellt werden: Bis 2030 soll mindestens 30 Prozent des Kraftstoffbedarfs in der Luftfracht und im Fernverkehr durch nachhaltige Kraftstoffe abgedeckt werden. 

Darüber hinaus investiert der Konzern in umweltfreundliche Liegenschaften (Büroflächen, Brief- und Paketzentren und Logistiklager): Alle neuen Gebäude werden klimaneutral sein. Frank Appel: "Nachhaltige, saubere Kraftstoffalternativen sind für eine klimaneutrale Logistik in einer globalisierten Welt elementar. Speziell im Lufttransport werden diese zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen. Deshalb werden wir uns noch intensiver in Initiativen engagieren und industrieübergreifend den Austausch stärken, um hier eine globale Strategie und Standards zu entwickeln. Fest steht: Nur mit vereinten Kräften - länder- und sektorübergreifend - erreichen wir in allen Bereichen wirklich nachhaltigen Fortschritt."

Anteil weiblicher Führungskräfte soll steigen

Basierend auf den Unternehmenswerten "Respekt & Resultate" wird Deutsche Post DHL Group Inklusion und Chancengleichheit innerhalb der Organisation weiter fördern. So soll der Anteil weiblicher Führungskräfte im Management von heute 23,2 Prozent bis 2025 auf mindestens 30 Prozent steigen. "Eine vielfältige Belegschaft ist der Schlüssel zu exzellenter Servicequalität und hoher Kundenzufriedenheit. Zufriedene Kunden sind die Basis für wirtschaftlichen Erfolg; auch deshalb sind wir davon überzeugt, dass es sich lohnt Chancengleichheit aktiv zu fördern", sagt Thomas Ogilvie, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Deutsche Post DHL Group.

Darüber hinaus hat der Konzern das Ziel formuliert, die Zustimmung in der Kategorie "Mitarbeiterengagement" in der jährlich stattfindenden weltweiten Mitarbeiterbefragung konstant auf einem hohen Niveau von über 80 zu halten.

Außerdem verpflichtet sich der Konzern, jährlich ein Prozent seines Nettogewinns in seine Social-Impact-Programme und -Initiativen zu investieren. Bei dem im Herbst 2020 gestarteten Programm "GoTrade" steht im Fokus, kleinen und mittleren Unternehmen aus Entwicklungsländern Zugang zu globalen Märkten zu verschaffen und damit grenzübergreifenden Handel zu ermöglichen. Beim Katastrophenschutzprogramm "GoHelp" stellt der Konzern in Katastrophenfällen schnell und unentgeltlich logistische Nothilfe zur Verfügung.

Darüber hinaus baut der Konzern das "GoTeach"-Programm weiter aus, das die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen verbessert, die aufgrund von Armut, Verlust von Angehörigen oder Flucht in sozial benachteiligten Verhältnissen leben. Dazu bereitet das Programm sie mit den notwendigen Fähigkeiten auf einen erfolgreichen Übergang in die Arbeitswelt vor.

Nachhaltigkeit bei Zulieferern stärker im Fokus

Auch hinsichtlich guter Unternehmensführung verpflichtet sich Deutsche Post DHL Group zu noch strengeren Regeln. So wurde der Verhaltenskodex für Zulieferer aktualisiert. Die darin beschriebenen Regeln und Standards wurden noch stärker auf Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet.

Darüber hinaus wurde eine neue Grundsatzerklärung zu Menschenrechten eingeführt. "Als Marktführer sind wir Vorbild für verantwortungsvolles Handeln, ethisch einwandfreie Geschäftspraktiken und faires Verhalten. ESG ist ein integraler Bestandteil unserer Strategie 2025, und alle relevanten Kennzahlen werden daher in die Steuerung des Konzerns und die reguläre Berichterstattung integriert", sagt Melanie Kreis, Finanzvorstand von Deutsche Post DHL Group.

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