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Berthold Reinke
Logistik 12.11.2021
Logistik 12.11.2021

Delivery Days Ansätze zum Aufbau einer resilienten Logistik

Arvato Supply Chain Solutions
Arvato Supply Chain Solutions

Seit der Corona-Pandemie ist die "Resilienz der Supply Chain" zum Buzzword in der Logistik geworden. Was der Begriff eigentlich bedeutet, und wie Unternehmen ihre Logistik resilienter machen, erklärte Logistik-Experte Berthold Reinke von Arvato auf den Delivery Days.

Die Ereignisse der letzten beiden Jahre haben die Logistik auf eine harte Probe gestellt: Corona-Pandemie, Container-Krise und erhebliche Nachfrageschwankungen seitens der Verbraucherinnen und Verbraucher. Wie Unternehmen den "täglichen Wahnsinn in der Logistik" in Zeiten wie diesen unbeschadet überstehen, erklärte Berthold Reinke, Vice President Global Business Development bei Arvato Supply Chain Solutions auf den Delivery Days am Beispiel der Corona-Krise.

Was bedeutet Resilienz?

Ursprünglich stammt der Begriff "Resilienz" aus der Psychologie. Der Duden definiert Resilienz mit "der Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen". Dabei helfen Eigenschaften wie zum Beispiel ein "realistischer Optimismus", "aktive Lösungsorientierung", "Netzwerkorientierung" oder auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Während der Corona-Krise hatten Händlerinnen und Händler unter anderem mit starken Nachfrageschwankungen zu kämpfen. Dabei gab es - je nach Land - starke Unterschiede: "In manchen Ländern orderten die Leute mehr Rotwein, in anderen mehr Hasch oder Müsli. In den USA kauften die Menschen mehr Waffen", so Reinke. In Deutschland stieg während des Lockdowns die Nachfrage nach Schuhen um 31 Prozent. Dieses Phänomen kann sich auch der Arvato-Mann nicht erklären. Er vermutet, dass die Menschen vielleicht mehr Schuhe bestellten, weil sie während des Lockdowns mehr spazieren gingen.

Vier Ansätze zum Aufbau einer resilienten Logistik

Mit einer resilienten Supply Chain können Unternehmen solche Herausforderungen meistern. Dabei haben sich vier Ansätze als hilfreich erwiesen: Cloud-IT, Automatisierung, Netzwerkdesign und Digitalisierung. Eine Verlagerung der IT in die Cloud reduziert die Anfälligkeit für Störungen. Wird plötzlich ein alternativer Standort benötigt, steht die IT auch dort sofort zur Verfügung. Bei Arvato setzt man auf die Cloud-IT von Microsoft mit Serverstandorten in Amsterdam und Dublin.

Ein weiterer Baustein ist die Automatisierung: Die Durchsatzkapazität wird erhöht und die Abhängigkeit von Personal reduziert. So können höhere Bestellmengen trotzdem abgearbeitet werden, auch wenn ein Teil des Personals in Quarantäne muss.

Anstelle eines Zentrallagers sollte man für eine resiliente Logistik auf mehrere Standorte setzen. Die schnellere Time-to-Market ist auch in Nicht-Krisenzeiten ein Vorteil. Durch die Cloud-IT können gleiche Standards in den unterschiedlichen Lagern sichergestellt werden.

Schließlich reduziert auch Digitalisierung die Anfälligkeit für Störungen: Ist mobiles Arbeiten möglich, kann sofort auf Home-Office und andere Standorte ausgewichen werden. Arvato nutzt für die interne Kommunikation Microsoft Teams.

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