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Mit Berliner Charme gegen WhatsApp E-Mail Summit 2016: Totgeweihte leben länger

Full House: Fast 400 Besucher versammelten sich im Berliner Umspannwerk

optivo/Nils Krüger

Full House: Fast 400 Besucher versammelten sich im Berliner Umspannwerk

optivo/Nils Krüger

Mit lautstarkem Hip Hop und praxisnahen Insights bewies optivos Summit in Berlin wie unterhaltsam E-Mail-Marketing sein kann. Ein Highlight in diesem Jahr: Die erstmalige Verleihung der "E-Mail Xcellence Awards".

E-Mail-Marketing ist ein Thema, das auf den ersten Blick nicht gerade für Begeisterungsstürme sorgt. Vor allem bei der neuen Generation an Marketers, den jungen, hippen Kreativen, steht der vergleichsweise "alte", klassische Kanal auf der Prioritätenliste nicht unbedingt auf Platz 1. Hinzu kommt, dass der eigentliche USP der E-Mail, die enorme Reichweitenansprache, in der zunehmenden Spam- und Newsletter-Flut unterzugehen droht. Auch WhatsApp und andere Messenger-Dienste machen dem Kanal das Leben derzeit nicht leichter. Dass die E-Mail tatsächlich alles andere als totgeweiht ist, demonstrierte der E-Mail Summit 2016.

Zum inzwischen fünften Mal lud optivo dafür die Branche unter dem schon fast dmexco-ähnlichen Motto "Connect Channels. Create Conversion" nach Berlin ein. Am 14. und 15. April standen zwei Tage lang die Zeichen auf E-Mail- und Omnichannel-Marketing. Gab es am ersten Tag Praxis-Know-How mit speziellen Schulungen, erwarteten die knapp 400 Besucher am zweiten Event-Tag im Umspannwerk Kreuzberg laustarke Hip-Hop-Beats, eine coole Location im Industrie-Style und Insights von Unternehmen wie Freelatics, Continental, Bosch, DefShop oder Urlaubspiraten.

"Keine E-Mail-Müdigkeit"

"Verlassen wir uns bei alles Euphorie doch auf Altbewährtes", plädierte erwartungsgemäß René Kulka, E-Mail Marketing Evangelist bei optivo, gleich zu Beginn seines Vortrags. Gerade in Zeiten von WhatsApp wäre die E-Mail schon 1.000 Tode gestorben, und das, wo doch die Zahlen - von EuroStat etwa - klar in eine andere Richtung zeigen: Vier von fünf Nutzern sind per E-Mail erreichbar, hingegen nur drei von fünf via Social Media. 81 Prozent der User e-mailen, aber "nur" 53 Prozent nutzen soziale Netzwerke.

Die Vorteile der E-Mail sind für Kulka die hohe Reichweite, die Rentabilität, das CRM, die Daten, Messbarkeit sowie die Personalisierungsmöglichkeit. Auch eine Umfrage im Publikum zeigte: Der Anteil der Newsletter und anderer E-Mails am Online-Umsatz liegt hier im Durchschnitt bei 35 Prozent.

Kulka sieht WhatsApp derzeit nicht als Gefahr. Denn noch ist es nicht erlaubt, den Dienst für kommerzielle Zwecke zu nutzen. Sollte das eingeführt werden, geht die Facebook-Tochter das große Risiko ein, sich bei ihren Nutzern sehr unbeliebt zu machen. Hinzu kommt: Aktuell ist die Öffnungsrate bei WhatsApp hoch - was vor allem daran liegt, dass noch nicht sehr viele Unternehmen den Kanal nutzen und er diesbezüglich noch recht unique ist. Sollten mehr Firmen diesen Schritt gehen, prophezeit Kulka ein Sinken der Öffnungsrate, was langfristig die Akttraktivität wieder schmälern dürfte.

Es lebe der Sport

Spannend waren auch die Einblicke, die Freeletics gab. Steffi Rinderle, Senior CRM Manager bei dem 2013 gegründeten Unternehmen, erzählte wie das Start-up User-Daten nutzt und App-Interaktionen im Mailing einsetzt. Nutzer können sich mit Freeletics maßgeschneiderte Trainingspläne und Workouts zusammenstellen lassen. Freeletics hat drei Fitness-Apps, weltweit 140 Mitarbeiter und neun Millionen registrierte Nutzer. Täglich kommen 12.000 neue Sport-Begeisterte hinzu.

Zentraler Anlaufpunkt ist die App. Der E-Mail kommt aber eine wesentliche Rolle zur regelmäßigen App-Nutzung zu. Die Freeletics-Erfolgsformel dabei: Content + Kontext. Besonders wichtig ist die On-Boarding-Phase in den ersten 30 Tagen nach der Anmeldung. Hierbei geht es darum, die Neuanmelder willkommen zu heißen, per E-Mail zur Nutzung zu bewegen, Vertrauen aufzubauen und an die App zu binden. Denn die Absprungrate ist in dieser ersten Lifecycle-Phase sonst besonders hoch. Die Ansprache basiert auf den User-Daten, also etwa Geschlecht, Fitnesslevel etc. Dementsprechend gibt es anderes Bildmaterial und eine andere Kommunikation.

Freeletics will emotional kommunizieren, bietet Incentives und Alternativen und hebt Neuerungen hervor. Interessanterweise fallen in der Fitness-Branche On Boarding und Reaktivierung zusammen.

E-Mail Xcellence Awards

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr: optivo verlieh auf der Fachveranstaltung zum ersten Mal die "E-Mail Xcellence Awards". Prämiert wurden von einer externen Fachjury - zu der auch INTERNET WORLD Business zählte - gelungene Maßnahmen in den Kategorien "E-Mail-Marketing-Performance" und "Cross-Channel-Kampagne". Zugleich wurde das beste "Newsletter-Design" im Vorfeld ermittelt und auf dem Event ausgezeichnet.

Die Gewinner: AMC - Anbieter von Edelstahl-Kochsystemen- konnte sich die Krone in der Kategorie "E-Mail-Marketing-Performance" sichern, Urlaubspiraten hingegen gewannen den Xcellence Award mit ihrer Kampagne in der Kategorie Cross-Channel-Marketing. Der Preis für das beste "Newsletter-Design" wurde von über 2.000 Online-Votern bestimmt und ging an Tchibo.

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