Online-Lebensmittelhandel 17.08.2015, 13:45 Uhr

Obst und Gemüse sind Mangelware im Web

Dem deutschen Online-Lebensmittelhandel fehlt die Frische. Wer seinen Einkauf vom Sofa aus tätigt, sucht Produkte wie Obst und Gemüse häufig vergeblich.
Eine Rarität im Online-Handel: Obst und Gemüse
(Quelle: Shutterstock.com/monticello)
Kein Schlange stehen, kein Suchen nach dem richtigen Regal: Der Kauf von Lebensmitteln im Netz ist bequem, aber das dort angebotene Sortiment reicht oft nicht aus, besonders wenn es um frische Lebensmittel geht - maximal ein Drittel der untersuchten deutschen Online-Lebensmittelhändler hat diese im Angebot. Zu dem Ergebnis kommt die Studie "Lebensmittel E-Commerce 2015" des Forschungsinstituts EHI Retail Institute.  
Obst und Gemüse haben demnach nur 21 Prozent im Angebot. Auch verderbliche Waren wie Käse (35 Prozent), Fleisch und Wurstwaren (33 Prozent) und frische Backwaren (24 Prozent) liefern weniger als die Hälfte der untersuchten Shops. Am rarsten sind frische Fische (14 Prozent) und Tiefkühlprodukte (10 Prozent), welche stationäre Supermärkte zu fast 100 Prozent im Angebot haben.
Haltbare Produkte liefert dagegen der Großteil der Lebensmittelhändler (63 Prozent). Auch Süßwaren und Snacks (59 Prozent) liefert über die Hälfte, Getränke immerhin 48 Prozent. Dabei beauftragen die meisten Shopbetreiber einen Logistikpartner, um ihre Waren an den Endkunden zu bringen. Mit Abstand beliebtestes Logistikunternehmen ist DHL, mit dem 77 Prozent der untersuchten Shops kooperieren. Mit großem Abstand folgen UPS (13 Prozent) und DPD (zehn Prozent). Die Anbieter Hermes (vier Prozent), Kurier (drei Prozent) oder GLS (zwei Prozent) nutzen nur wenige.
Insgesamt 250 Onlineshops hat EHI untersucht, die wurden in die Kategorien Fachhändler, Abohändler und Supermärkte eingeteilt. Der Händlertyp (Feinkosthändler, Süßwarenhändler, Biohändler etc.) wurde für jeden Shop definiert. Des Weiteren wurden die Warengruppen für jeden Shop bestimmt und viele weitere Merkmale zum Thema Lieferung und Kühlung untersucht.

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Oft teuer, selten schön: Der Online-Lebensmittelhandel tut sich nach wie vor schwer, die stationäre Konkurrenz zu ersetzen. Ein Test der Redaktion zeigt: Eine wirklich funktionierende Alternative gibt es noch nicht.



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