Studie 20.02.2020, 15:19 Uhr

Die Hälfte der Deutschen will Retouren vermeiden

Welchen Einfluss hat der neue Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Umgang mit Retouren auf das Konsumverhalten der Webshopper? Dieser Frage ist YouGov in Zusammenarbeit mit eBay Kleinanzeigen nachgegangen.
(Quelle: shutterstock.com/Fotomowo)
Der Online-Handel boomt nicht zuletzt deshalb, weil Kunden einfach und unkompliziert die bestellte Ware bei Nichtgefallen an den Händler zurücksenden können. Das Problem der Retouren ist, dass einige nicht wieder in den Verkauf gehen. Dass das weder sinnvoll noch nachhaltig ist, hat auch die Bundesregierung begriffen und einen Gesetzentwurf zum Umgang mit Retouren verfasst. Dieser soll regeln, dass Händler zurückgeschickte Produkte nicht mehr einfach als Abfall deklarieren und wegwerfen können wie bisher.
Das Meinungsforschungsunternehmen YouGov ist in Zusammenarbeit mit eBay Kleinanzeigen der Frage nachgegangen, wie die Verbraucher auf den Gesetzentwurf reagieren. Demnach plant rund die Hälfte der Befragten künftig Retouren komplett zu vermeiden.
Die Vorsätze zeigen, dass sich einige der Webshopper des Problems durchaus bewusst sind. Demgegenüber hegen aufgrund des Gesetzentwurfs 19 Prozent der Befragten sogar weniger Skrupel eine Retoure zu verursachen, wenn sie die Gewissheit haben, dass die Ware nicht vernichtet werden darf. 22 Prozent sind der Ansicht, dass das neue Gesetz keine Auswirkungen auf ihr Shopping-Verhalten haben wird.

Bestellung einer Auswahl an Produkten

57 Prozent der Online-Shopper geben zu, Artikel in unterschiedlichen Ausführungen geordert zu haben. Fast ein Drittel (28 Prozent) hat dies sogar schon mehrfach getan. Frauen (32 Prozent) bestellen tendenziell häufiger eine Auswahl an Produkten als Männer (23 Prozent).
Betrachtet man die Altersgruppen wird deutlich, dass insbesondere die Jüngeren gerne mehrere Artikel zur Auswahl haben: 47 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben dies schon mehrmals getan, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 44 Prozent. Dagegen lässt sich nur weniger als ein Viertel (22 Prozent) der 45- bis 55-Jährigen eine Mehrfachauswahl an Artikeln zuliefern.

Verfügbarkeit im stationären Handel

Der Preis darf für die Hälfte (51 Prozent) der Befragten im stationären Handel nicht höher sein als bei einer Online-Bestellung. Ebenso wichtig ist für 45 Prozent der Befragten das Thema Verfügbarkeit - sie erwarten, in den Geschäften alles zu bekommen, was sie brauchen.
Eine gute Verkehrsanbindung an die örtlichen Ladengeschäfte ist für ein Viertel der Befragten (26 Prozent) wichtig. 15 Prozent der Studienteilnehmer geben außerdem an, dass sie auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten einkaufen möchten. Nur 12 Prozent sagen, dass sie nichts dazu bewegen könnte, weniger im Internet zu bestellen.

Methode

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der zwischen dem 13. und 14. Februar 1.068 Personen teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.



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