Analyse von Stripe 15.01.2020, 10:17 Uhr

Deutsche Webshops: Kreditkarten-Bezahlprozess meistens fehlerhaft

Über zwei Drittel der größten deutschen Webshops haben mindestens drei Fehler im Bezahlprozess für Kreditkarten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Payment-Plattform Stripe.
(Quelle: shutterstock.com/Yulia Grigoryeva )
Mehr als zwei Drittel der 100 reichweitenstärksten deutschen E-Commerce-Websites weisen mindestens drei Fehler im Bezahlprozess für Kreditkarten auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Payment-Plattform Stripe. Insgesamt konnte der Payment-Dienstleister zwölf unnötige Fehler identifizieren, die den Bezahlprozess mit Kreditkarte aufwändiger machen und damit zu einer schlechteren Conversion Rate führen.
Allerdings hatten nur fünf der gut 100 untersuchten Websites einen fehlerfreien Check-out-Prozess. 67,3 Prozent (2018: 92,7 Prozent) haben drei oder mehr Fehler aufgewiesen, 37,3 Prozent (2018: 57,3 Prozent) gar fünf oder mehr und immer noch 14,5 Prozent (2018: 10,4 Prozent) sieben oder mehr Fehler in den zwölf getesteten Kriterien.

Detaillierte Fehler-Analyse

Bei 56 Prozent der Websites war keine manuelle Eingabe des Gültigkeitsdatums einer Kreditkarte möglich. Meist gab es hier nur ein Drop-down-Menü, was die Eingabe verlangsamt und erschwert. Keine Echtzeit-Erkennung ungültiger Kreditkartennummern gab es bei 52 Prozent der 100 reichweitenstärksten deutschen E-Commerce-Websites. Eine automatische Anzeige des Kreditkartentyps nach Eingabe der Nummer erfolgte bei 44 Prozent (2018: 61 Prozent) nicht. Bei 41 Prozent der Websites war es möglich, Ablaufdaten von Kreditkarten einzutragen, die in der Vergangenheit lagen.
Allerdings konnten auch Verbesserungen im Vergleich zu 2018 festgestellt werden. Bei der Nutzung der im Browser abgespeicherten Zahlungsdaten konnten 81 Prozent der getesteten Websites eine sehr gute User Experience bieten. 2018 lag hier noch knapp die Hälfte (45 Prozent) daneben.
Schlechtere Ergebnisse gab es aber ebenfalls: Etwa 27 Prozent (2018: 18 Prozent) der Check-out-Prozesse lieferten keinen Hinweis darauf, wo die Prüfnummer der Kreditkarte zu finden ist. Bei ungeübten Usern kann das leicht zu einem Kaufabbruch führen.

Angebot von neuartigen Zahlungen

Neuartige Zahlungsmethoden werden aktuell kaum von deutschen Webshop-Betreibern als Zahlungsmethode angeboten. Apple Pay bieten nur gut zwei Prozent der größten Websites in Deutschland an, Google Pay sogar nur knapp über ein Prozent.
Dabei bieten beide mobile Zahlungsmethoden den entscheidenden Vorteil, SCA-konform (Strong Customer Authentication) zu sein. Das sollte für alle E-Commerce-Unternehmen ein entscheidender Faktor sein. Denn Ende 2020 endet die Übergangsfrist der neuen EU-Zahlungsregulierung SCA für Banken und Händler.
"Weiterhin geht viel Verkaufspotenzial im Internet durch kleine, aber in der Summe gravierende Fehler im Bezahlvorgang verloren. Nach unserer Analyse im Jahr 2018 haben sich die Check-out-Prozesse zwar insgesamt verbessert, für 2020 sollte sich allerdings jedes Online-Unternehmen vornehmen, diese Unstimmigkeiten frühzeitig zu beseitigen, um Kunden ein reibungsloses Einkaufserlebnis zu bieten und die Conversion Rate möglichst hoch zu halten", sagt Felix Huber, Head of Central & Eastern Europe, Middle East & Africa bei Stripe.

Methode

Die Auswahl der wichtigsten 110 Internetseiten mit Kreditkartenoption (142 Internetseiten insgesamt) hat Stripe anhand des Alexa-Rankings für Deutschland getroffen. Dabei wurden die reichweitenstärksten Seiten berücksichtigt, auf denen Kunden physische bzw. digitale Produkte oder Dienstleistungen erwerben können.
Stripe testete auf zwölf zuvor definierte Fehler, die den Bezahlprozess erschweren und damit die Conversion Rate senken. Alle Fehler wurden gleich gewichtet und beziehen sich auf die Bezahlmethode Kreditkarte. Die Daten wurden im Dezember 2019 und Januar 2020 erhoben. In den folgenden Bereichen hat Stripe die Websites auf Fehler getestet: Kreditkartenmarke, Ablaufdatum, Kreditkartennummer, Prüfnummer, automatisches Ausfüllen (Autofill) und Mobile.



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