Start-up-Finanzierung 29.04.2014, 11:45 Uhr

Große Chancen für Crowdinvesting

Gute Nachrichten für Firmengründer: In Deutschland sind rund 3,5 Millionen Investoren bereit, ihr Geld in Start-ups aus dem Internet- oder IT-Umfeld zu stecken. Das ergab eine Umfrage des Bitkom.
(Quelle: Shutterstock.com/Fabio Alcini
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Rund fünf Prozent der deutschen Bundesbürger können sich vorstellen, in junge Unternehmen im Internet- oder IT-Bereich zu investieren. Das entspricht rund 3,5 Millionen potenziellen Geldgebern, die Start-ups aus dieser Branche für sich gewinnen könnten, wenn sie mit einer neuen Geschäftsidee auf den Markt kommen wollen. "Insbesondere Crowdinvesting, also die Finanzierung von Gründungen und Start-ups durch eine Vielzahl von Geldgebern, hat aus unserer Sicht großes Potenzial", erklärt Ulrich Dietz, Vizepräsident des Branchenverbands Bitkom, auf dessen aktueller Umfrage die Zahlen beruhen.
Zahlreiche Plattformen, die interessierte Privatleute mit Firmengründern zusammenbringen, gibt es bereits in Deutschland, darunter Bergfürst, Companisto, Innovestment und Seedmatch. Anders als beim Crowdfunding, bei dem ein Geldgeber in der Regel ein Projekt finanziert, weil es ihm gefällt, geht es beim Crowdinvesting um die Beteiligung an einem Unternehmen - verbunden mit der Erwartung eines wirtschaftlichen Erfolgs.
"Eine Investition in Start-ups birgt enorme Chancen, ist aber auch hochriskant und kommt deshalb sicher nicht für jeden in Frage", konstatiert Dietz. Eine breite Beteiligung mit entsprechend kleinen Beträgen wie beim Crowdinvesting streue das Risiko - und verbessere zugleich deutlich die Finanzierungsmöglichkeiten von jungen Unternehmen.

Deutsche legen Geld lieber anders an

Allerdings zeigen sich die Deutschen bislang noch recht zurückhaltend, wenn es um die Investition in neue Geschäftsideen geht, insbesondere im Vergleich zu den Alternativen, Geld zu sparen oder anzulegen. So können sich der Studie zufolge die Hälfte der Befragten vorstellen, in Immobilienfonds zu investieren, 41 Prozent würden auf ein Sparbuch zurückgreifen und ein Drittel würde Geld in Gold anlegen. Für ein Viertel kämen außerdem Aktien in Frage, 21 Prozent könnten sich eine Investition in festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen vorstellen.
Für die repräsentative Erhebung hat das Marktforschungsinstitut Aris im Auftrag des Bitkom 2.308 Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Dabei stellte sich auch heraus, dass 54 Prozent der Bundesbürger den Begriff Start-up schon einmal bewusst gehört oder gelesen haben, aber lediglich ein Drittel (32 Prozent) weiß, dass damit ein junges Unternehmen gemeint ist.
In einer weiteren Erhebung hat der Bitkom die Umsatzpotentiale des deutschen ITK-Markts untersucht. Dem Branchenverband zufolge sollen die Umsätze in diesem Jahr nur leicht ansteigen. Es gibt allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Bereichen: Vor allem Tablet-PCs und Spiele-Konsolen sind begehrt.

Wenigstens drei Dutzend Start-ups weltweit werden derzeit von Venture-Kapital-Firmen mit einer Milliarde US-Dollar oder mehr bewertet. INTERNET WORLD Business zeigt die derzeit wertvollsten.




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