Defizitäre Supermarktkette 10.04.2019, 13:15 Uhr

Separater Verkauf von Real möglich

Die Supermarktkette Real könnte doch noch vor der Zerschlagung gerettet werden. Der Mutterkonzern Metro soll sich derzeit mit dem Einkaufsverbund Markant in Verhandlungen über einen separaten Verkauf des operativen Geschäfts befinden.
(Quelle: shutterstock.com/Radu Bercan )
Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass der Metro-Tochter Real nach ihrem Verkauf die Zerschlagung droht. Nun kommen neue Gerüchte auf. Wie das Handelsblatt berichtet, ist wohl doch ein separater Verkauf des operativen Geschäfts von Real möglich. Ursprünglich hatte Metro-Chef Olaf Koch einen separaten Verkauf der Supermarktkette ausgeschlossen. Real sollte inklusive aller Immobilien veräußert werden.
Wie das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen erfahren haben will, spricht Metro aber nun mit dem Einkaufsverbund Markant über eine Übernahme von Real ohne Immobilien. Das Besondere daran ist, dass Metro sogar bereit wäre, für die defizitäre Supermarktkette Geld zu zahlen.
Aus Unterlagen soll hervorgehen, dass Markant rund 99 Millionen Euro für Real auf den Tisch legen möchte. Vor dem Kaufabschluss will Metro allerdings noch satte 300 Millionen Euro in die Supermarktkette investieren. Somit wäre der Liquiditätsbedarf für mindestens drei Jahren gedeckt. Sofern Markant auch Interesse am Online-Marktplatz Real.de hätte, müsste der Einkaufsverbund hierfür noch eine zusätzliche Summe zahlen.
Die Immobilien der Supermarktkette würden dann bei diesem separaten Verkauf erst im zweiten Schritt an einen neuen Besitzer veräußert werden.

Verhinderung der Zerschlagung

Wenn es zu einem separaten Verkauf von Real kommt, könnte eine mögliche Zerschlagung verhindert werden. Denn die beiden Investoren, die derzeit noch im Rennen für eine Komplett-Übernahme sind, haben kein Interesse daran, Real oder auch Real.de weiterzuführen. Wahrscheinlich ist, dass beide Interessenten nach dem Übernahme-Deal die stationären Läden an andere Händler wie beispielsweise die Schwarz-Gruppe weiterverkaufen.
Eine Zerschlagung hätte für die rund 34.000 Mitarbeiter von Real fatale Folgen. Bis zu 100 der 279 Filialen könnten nach der Übernahme eines Investors geschlossen werden. Somit wären bis zu 13.000 Arbeitsplätze betroffen. Für die Beschäftigten wäre daher der Deal mit Markant der deutlich bessere. Und auch Metro-Chef Koch hat kein Interesse daran, dass Real das Ende droht. Er sagte gegenüber dem Handelsblatt: "Ich werde alles versuchen, die Fortsetzung von Real sicherzustellen, und dazu werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen."



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