Große Warenhausketten 27.06.2018, 10:01 Uhr

Mögliche Fusion von Kaufhof mit Karstadt?

Die Warenhausketten Karstadt und Kaufhof haben beide schwierige Jahre hinter sich. Aktuell machen Gerüchte über eine mögliche Fusion die Runde. Der Karstadt-Eigentümer Signa soll Kaufhof eine Übernahme-Offerte von drei Milliarden Euro gemacht haben.
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Die angeschlagene Warenhauskette Kaufhof ist nach Einschätzung des neuen Chefs Roland Neuwald auf dem Weg der Besserung. Er sieht "erste Fortschritte" beim Sanierungsprogramm des Warenhauskonzerns. "Diesen Kurs setzen wir konsequent fort", sagte der im vergangenen November vom kanadischen Eigentümer Hudson's Bay Company (HBC) geholte Sanierer dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwochausgabe).

Zu den erst am Dienstag wieder aufgekommenen Gerüchten über eine Fusion mit Karstadt wollte er sich nicht äußern. "Spekulationen hat es immer wieder gegeben, wir kommentieren das aber nicht. Unser Interesse ist voll und ganz auf das Wohl der Mitarbeiter und die Zukunft von Galeria Kaufhof gerichtet."
Laut einem Bericht der FAZ soll Kaufhof allerdings derzeit eine drei-Milliarden-Euro-Offerte von Karstadt prüfen. Anfang des Jahres hatte HBC diese noch als zu gering abgelehnt. Doch unter der neuen Chefin Helena Foulkes habe sich die Stimmung gedreht. Diese wolle sich offenbar von Verlustbringern trennen, um die Rendite des Mutterkonzerns zu steigern.
Auch die Nachrichtenagentur Reuters hatte am Dienstag berichtet, dass die Pläne für eine Fusion der beiden Warenhausketten wieder aufleben. Der österreichische Karstadt-Eigentümer Signa und HBC verhandelten über ein Gemeinschaftsunternehmen, wie es in dem Bericht der Nachrichtenagentur hieß.

Weitere Kaufhaus-Schließungen

Neuwald schloss unterdessen weitere Kaufhaus-Schließungen nicht aus. Bei jedem auslaufenden Mietvertrag werde geprüft, "wie wirtschaftlich der Standort ist und ob es noch Sinn macht, ihn fünf bis zehn Jahre weiter zu betreiben", sagte er. Es sei also denkbar, dass in der Zukunft noch der eine oder andere Standort aufgegeben wird. Ein großes Programm zur Schließung von Filialen sei aber nicht geplant.

Der Stellenbau verlaufe nach Plan. Für 95 Prozent der 300 Stellen, die in der Kölner Zentrale in der ersten Phase abgebaut werden sollten, seien "bereits Lösungen" gefunden worden - zum Beispiel über Abfindungszahlungen und Altersteilzeit etwa", erklärte Neuwald. Bis 2020 sollten weitere 100 Stellen der einstmals 1.600 Stellen wegfallen. "Bis 2020 wollen wir eine schwarze Null erreichen. Bis 2022 soll das Programm seine volle Wirkung entfalten."



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