Auto1, About You, Home24 14.01.2019, 09:48 Uhr

E-Commerce Start-ups bekamen 2018 das meiste Geld

Im vergangenen Jahr haben deutsche Gründer so viel Geld wie noch nie zuvor eingesammelt. Auch die Zahl der Investitionen erreichte 2018 einen neuen Höchststand. Das meiste Geld bekamen E-Commerce Start-ups, ganz vorne liegt Auto1.
(Quelle: shutterstock.com/Dooder)
Deutsche Start-ups erhielten im Jahr 2018 so viel Geld wie nie zuvor: Insgesamt knapp 4,6 Milliarden Euro gingen im vergangenen Jahr an Jungunternehmen - sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Das zeigt das Start-up-Barometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Auch die Zahl der Investitionen erreichte mit 615 einen neuen Höchststand, im Vorjahr gab es hierzulande 507 Transaktionen.
Gründer gibt es in ganz Deutschland, vor allem in Bayern und Nordrhein-Westfalen sind sehr viel mehr Finanzierungsrunden sichtbar, auch die Investitionsvolumina waren deutlich höher als im Vorjahr. Deutschlands Start-up-Hauptstadt ist und bleibt aber Berlin. Berliner Gründer erhielten im vergangenen Jahr bei 247 Finanzierungsrunden insgesamt 2,64 Milliarden Euro. Die Zahl der Finanzierungen lag damit sechs Prozent höher als im Vorjahr, das Investitionsvolumen sank hingegen um elf Prozent.
Der Grund für den Rückgang ist eine geringere Zahl von Mega-Transaktionen in der Bundeshauptstadt: 2017 hatte allein der Berliner Essenslieferdienst Delivery-Hero bei zwei Transaktionen insgesamt 808 Millionen Euro von Investoren erhalten. 2018 gab es mit der 460-Millionen-Finanzspritze für Auto1 nur eine solch große Summe in der Bundeshauptstadt.

Das meiste Geld floss in E-Commerce-Unternehmen

Auto1 ist damit auch das Start-up, das 2018 insgesamt die größte Transaktion verbuchen konnte. Die Rekordsumme für die Gebrauchtwagen-Plattform kam im Januar vom "Vision"-Investitionsfond des japanischen Technologiekonzerns Softbank. Ohnehin boomten Investitionen in E-Commerce Start-ups: Im Juli erhielt das Hamburger Bekleidungs-Start-up About You 264 Millionen Euro, im Juni flossen dem Möbel-Versender Home24 bei seinem Börsengang 172 Millionen Euro zu. 
Eine 460-Millionen-Finanzspritze bekam Auto1 2018 von Softbank.
Quelle: Auto1
Zwar floss im Jahr 2018 erneut das meiste Geld in E-Commerce-Unternehmen - die Gesamtsumme ging aber gegenüber 2017 um 12 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro zurück. Der Anteil dieses Segments am gesamten Finanzierungsvolumen schrumpfte von 42 auf 35 Prozent.

Software und Analytics boomt

Einen massiven Anstieg verzeichnete hingegen das Segment "Software und Analytics". Dazu gehören hochtechnische Geschäftsmodelle aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Blockchain, Virtual und Augmented Reality ebenso wie Start-ups aus den Bereichen Cloud Computing, Cyber oder Analytics.
Die Investitionssumme in diesem Segment hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 295 auf 670 Millionen Euro mehr als verdoppelt, die Zahl der Finanzierungen stieg fast ebenso stark - von 75 auf 148. Damit verlor der Bereich E-Commerce, dem 101 Finanzierungen zugeordnet wurden, zumindest bei der Zahl der Finanzierungen seinen Spitzenplatz im Branchenvergleich.
"Zwar wird nach wie vor das meiste Geld in E-Commerce-Geschäftsmodelle investiert, aber wir sehen, dass eine steigende Anzahl hochinnovativer und stark technologiegetriebener Start-ups aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Blockchain und virtuelle Realität inzwischen zweistellige Millionensummen anziehen. Das ist eine gute Nachricht für den High-Tech-Standort Deutschland", kommentiert Peter Lennartz, Partner bei EY.

FinTech-Sektor

Ebenfalls deutlich gestiegen ist das Finanzierungsvolumen im FinTech-Sektor (um 22 Prozent auf 659 Millionen Euro), bei Mobilitäts-Start-ups (um 45 Prozent auf 427 Millionen Euro) und im Bereich PropTech, also Technologie-Start-ups in der Immobilienwirtschaft (um 204 Prozent auf 184 Millionen Euro).
Rückläufig waren hingegen die Investitionen in Gesundheits-Start-ups (um 39 Prozent auf 316 Millionen Euro) und in junge Medienunternehmen (um 75 Prozent auf 73 Millionen Euro).
Last but not least: Drei Start-ups schafften 2018 den Sprung aufs Parkett und nahmen bei ihren Börsengängen insgesamt 331 Millionen Euro ein. 2017 waren noch vier Start-up-Börsengänge gezählt worden, bei denen die Jungunternehmen 794 Millionen Euro bekamen.
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