Fokus auf Deutschland und Frankreich 08.06.2016, 12:11 Uhr

Rakuten: Rückzug aus UK, Spanien und Österreich

Aus für Rakuten in Großbritannien, Spanien und Österreich: Der japanische Online-Marktplatz zieht sich aus den EU-Ländern zurück. Die Kosten für das Wachstum seien im Vergleich zur Größe des Unternehmens zu hoch gewesen.
Im vergangenen Jahr lag Rakutens Konzernumsatz bei rund 6 Milliarden Euro
(Quelle: shutterstock.com/Gil C)
Nicht nur in Deutschland zeigt sich Rakuten für gewöhnlich sehr selbstsicher, an Vergleichen mit eBay oder Amazon mangelt es nicht. Sich selbst bezeichnete die japanische Online-Plattform daher gerne auch als Nummer drei der Marktplätze. Nun fährt Rakuten aber plötzlich eine Rückzugsstrategie die überrascht. Das Unternehmen gab das Aus in den EU-Ländern Großbritannien, Spanien und Österreich bekannt.
Wie Rakuten gegenüber seinen Partnern und Händlern erklärte, will man die Geschäftsstellen und Marktplätze in diesen Ländern im August schließen, so tamebay.com. Den österreichischen Händlern und Kunden wurde nahegelegt, künftig den deutschen Marktplatz zu nutzen.

Fokus auf Frankreich und Deutschland

Künftig wolle man sich nur auf die stärkeren Märkte Deutschland und Frankreich konzentrieren, "da diese Marktplätze die Größe und das Potenzial für nachhaltiges Wachstum haben", so Rakuten.
Das Problem in Großbritannien und Spanien seien die Kosten für das Wachstum im Vergleich zur Größe des Unternehmens gewesen. Grundsätzlich will Rakuten sein Geschäftsmodell in Europa aber weiterentwickeln, etwa mit Angeboten wie dem Price Club zur Kundenbindung in Frankreich oder mit Rakuten Pro in Deutschland.

Keine klare Strategie

Laut tamebay.com ist die Entscheidung durchaus als bedenklich einzustufen. Denn die Marktdominanz in diesen Ländern sollte nicht alleine eBay und Amazon überlassen werden. So hätten das Rebranding von Rakuten sowie ein zu geringer Kundenfokus und eine uneinheitliche Ausrichtung zu der Misere geführt. "Rakuten wusste einfach nicht, was es sein wollte beziehungsweise machen wollte, und das ist im Business fatal."
Rakuten wurde 1997 vom heutigen CEO Hiroshi Mikitani in Japan gegründet. Es gehört trotz zunehmender Schwierigkeiten nach wie vor zu den zehn größten Internetunternehmen der Welt. Das wurde vor allem durch Übernahmen wie von Buy.com, Priceminister, Ikeda und Play.com möglich.
Folgende Statistik zeigt den Umsatz von Rakuten in den Jahren 2007 bis 2015. Im Jahr 2015 betrug er 713,56 Milliarden Yen, das sind 5,86 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor lag der Konzernumsatz bei 598,6 Milliarden Yen - 4,91 Milliarden Euro.
(Quelle: Statista)



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