E-Commerce in Österreich 27.02.2014, 11:37 Uhr

Fünf Tipps für einen erfolgreichen Start

Der österreichische E-Commerce-Markt ist für Online-Händler Chance und Herausforderung. Der Markt ist noch nicht so stark erschlossen, jedoch gibt es auch einige Unterschiede und Stolpersteine.
Hallstatt in Österreich
(Quelle: Sutterstock:com/Boris Stroujko )
Henning Adam von payolution nennt die wichtigsten Besonderheiten in der Alpenrepublik:
1. Rechtliche Unterschiede beachten
Trotz gleicher Sprache, gleicher Währung und einer vergleichsweise unkomplizierten Logistik ist Österreich ein ganz eigenes Land, was bei Kundenkultur oder aber auch bei den rechtlichen Rahmenbedingungen schnell deutlich wird. So ist es Händlern in Österreich beispielsweise verboten, Aufschläge für Zahlungsmittel gegenüber Ihren Kunden (Konsumenten) zu verlangen. Außerdem liegt die gesetzliche Widerrufsfrist in Österreich bei nur sieben anstatt 14 Tagen. Trotzdem sollte man auch österreichischen Kunden eine Widerrufsfrist von 14 Tagen anbieten, da diese die 14-tägige Frist aus deutschen Onlineshops gewöhnt sind.  Nicht zu vergessen sind aber natürlich auch die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze. Dies sind natürlich nur einige Beispiele und keine komplette Aufstellung aller Unterschiede. Gerade bei den rechtlichen Themen sollte man sich vorab genauestens über die Unterschiede informieren. 
2. Lokalen Bezug im Kundenservice herstellen
Auch bei der Mentalität gibt es große Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich. Da viele Österreicher in ausländischen Onlineshops bestellen, ist man beispielsweise an längere Lieferzeiten durchaus gewöhnt. Weniger tolerant ist man beim Thema Kundenservice. Neben einer österreichischen (kostenfreien) Telefonnummer wünscht man sich am liebsten auch einen "österreichisch" sprechenden Ansprechpartner, da das Norddeutsche für viele Österreicher schlichtweg ein wenig "hart" klingt.
 
3. Lokale Zahlungsmethoden unterstützen
Bei den Zahlungsarten gibt es zwar viele Gemeinsamkeiten, aber auch einige Unterschiede. Wie in Deutschland ist auch in Österreich die Zahlungsart "Kauf auf Rechnung" sehr beliebt. Auch Paypal und Kreditkarten haben eine hohe Akzeptanz. Hier ist aber auffällig, dass die "Diners Card" in Österreich eine viel größere Marktdurchdringung hat als in Deutschland. Eine Akzeptanz dieser Karte ist für den österreichischen Markt von Vorteil.
 
4. Keine "Diskriminierung" durch unterschiedliche (Aktions-) Preise
Ein absolutes No-GO für österreichische Kunden stellt die gefühlte Diskriminierung Österreichs bei der Preisgestaltung dar. Natürlich wird es akzeptiert, dass die Versandkostern und durch den höheren MWST-Statz auch der Artikelpreis bei Lieferungen nach Österreich etwas teurer ist. Rabatte die nur für deutsche Kunden gelten werden jedoch nicht akzeptiert. So gibt es in deutschen Online-Shops oft Sonderaktionen und Rabatte (zum Beispiel am Black Friday), die nur für deutsche Kunden gelten. Die Einschränkung "Gültig nur für Lieferungen nach Deutschland" ist für österreichische Kunden nicht nur ein Ärgernis, sondern schadet auch dem Image des Shops nachhaltig.
5. Unterstützung von Einheimischen einholen
Schnell wird klar: Trotz der gleichen Sprache und auch vieler weiteren Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Österreich gibt es viele kleine Unterschiede. Um nicht genau über diese Kleinigkeiten zu stolpern, sollte man sich auf jeden Fall lokale Unterstützung holen und mit "Einheimischen" sprechen bevor man den österreichischen Markt erobern möchte.



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