PayPal will außerhalb des E-Commerce aktiv werden

Zusammenarbeit von PayPal und Amazon

Momentan hat Amazon bei Voice die Nase vorn. Wird Amazon da nicht eher sein
(Quelle: PayPal)
Bezahlsystem Amazon Pay bevorzugen? Und wenn ja, wie wird PayPal denn darauf reagieren?

Luhnen:
Wir kooperieren auch hier mit unseren Händlern, die Skills für die Voice-Anbieter entwickeln. Das ist dann ein zusätzlicher Kanal, auf dem wir über unsere Händler genauso stattfinden werden wie Amazon selbst.
In den USA gibt es übrigens die Möglichkeit, via Alexa Geld an Freunde zu senden, und das läuft über PayPal.
Nun zu den bestehenden PayPal-Produkten. Eines davon ist PayPal Express. Wie hoch ist der Anteil der PayPal-Express-Transaktionen, gemessen an allen PayPal-Transaktionen?
Luhnen:
Auch hier darf ich keine Zahlen nennen. Aber es ist sicher so, dass sich das mit der starken Zunahme der mobilen Nutzung auch stark verschoben hat. Dementsprechend nehmen immer mehr Händler das in ihr Angebot auf.
Ein anderer Service ist das Komplettangebot PayPal Plus. Wie viele Händler nutzen denn bereits Ihr PayPal Plus?
Luhnen:
Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung, konkrete Zahlen kann ich Ihnen leider auch hier nicht nennen. Aber wir haben das Produkt ja gemeinsam mit unserer Händler­basis entwickelt, indem wir gefragt haben, was unsere KMUs, also die kleineren und mittleren Unternehmen, brauchen. Daraus ist PayPal Plus entstanden, bei dem es alle relevanten Bezahlmethoden aus einer Hand gibt.
Vor allem das Thema Rechnungskauf treibt hier die Nachfrage, denn der Rechnungskauf ist nach wie vor Deutschlands beliebteste Bezahlmethode, noch vor PayPal.
Sie betonen immer wieder, dass Sie die Belange der KMUs berücksichtigen. Wie passt denn die jüngste Änderung der AGB dazu, die eine Gebührenerhöhung gerade für kleinere Händler bedeutet, da Anbieter mit geringeren Transaktionsvolumina jetzt mehr Gebühren bezahlen müssen?
Luhnen:
Wir haben Ende August unsere Gebührenstruktur angepasst. Der primäre Gedanke dahinter war, unsere Gebühren zu vereinheitlichen und zu vereinfachen, indem PayPal, PayPal Express und PayPal Plus den gleichen Preis bekommen. Gleichzeitig können sich die Händler ab einer bestimmten Größe für bestimmte Händlerkonditionen anmelden. Wenn die Händler hier eine optimierte Einbindung von PayPal vornehmen und zum Beispiel PayPal Express ergänzen, können sie auch entsprechend andere Konditionen bekommen. Ich verstehe das als Vereinheitlichung und Anpassung.
Das ändert aber nichts daran, dass es kleinere Händler am stärksten trifft.
Luhnen:
Ich möchte das noch einmal richtigstellen: Das ist wirklich keine Preiserhöhung. Kunden, die mehr Services von uns nutzen, haben die Chance, mehr Volumen mit uns zu machen und dann auch viel bessere Preise zu bekommen. Und das ist in unserer neuen Preisstruktur berücksichtigt, indem wir eine andere Abstufung der Preisstaffeln eingeführt haben. Früher durfte man die Händlerkonditionen erst ab 5.000 Euro Umsatzvolumen pro Monat beantragen. Da sind wir auf 2.000 Euro heruntergegangen. Das ist eine andere Einstiegsmöglichkeit für kleinere Händler, und das nutzen diese auch. Deswegen bleibe ich dabei: Insgesamt ist es eine Anpassung.
Auf welchem Geschäftsbereich liegt denn das Hauptaugenmerk von PayPal?
Luhnen:
Unser Ziel ist, alle Händlergruppen anzusprechen. Deshalb versuchen wir, für alle Händlersegmente und alle Größen ein relevantes Angebot bereitzustellen.
Mit welchen neuen PayPal-Produkten ist in absehbarer Zukunft zu rechnen?
Luhnen:
Wenn Sie auf den US-amerikanischen Markt schauen, sehen Sie dort Produkte, die es in Deutschland nicht gibt. Ein Beispiel ist PayPal Working Capital. Das ist eine Finanzierungsmöglichkeit für KMUs, etwa zur Warenbeschaffung für das Weihnachtsgeschäft oder eine Weiterentwicklung von Ser­vices. Dieses Produkt möchten wir auch nach Deutschland bringen.



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