Michael Luhnen von PayPal 18.02.2019, 08:06 Uhr

PayPal will außerhalb des E-Commerce aktiv werden

Die Payment-Branche ist in Bewegung. Immer neue Player drängen auf den Markt. Michael Luhnen von PayPal erklärt, wie sich das Unternehmen den Wettbewerbern stellt.
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Michael Luhnen, Managing Director Deutschland, Österreich und Schweiz bei PayPal
Quelle: PayPal
Mit Google Pay und Apple Pay kommt neue Konkurrenz auf den deutschen Payment-Markt, Amazon könnte PayPal beim sogenannten Voice Commerce den Rang ablaufen, und unter den Betreibern von Shops herrscht Unruhe wegen der jüngsten Preiserhöhung - kein leichtes Terrain für Michael Luhnen, seit September 2018 neuer Deutschland-Chef von PayPal.
Er ist seit fünf Jahren bei PayPal, zuletzt leitete er das Großkundengeschäft für die DACH-Region. Zuvor war er zwei Jahre lang als Commercial Director unter anderem für mobiles Bezahlen und die Integration der Rechnungskauf-Tochter Billsafe verantwortlich.
Im Interview erklärt er, wie die Zukunftsstrategie von PayPal aussieht.
Herr Luhnen, Sie sind seit Kurzem Deutschland-Chef von PayPal. Was reizt Sie am meisten an dieser Aufgabe?
Michael Luhnen:
Ich bin seit fünf Jahren im Unternehmen und habe dort verschiedene Schritte gemacht. Der nächste ist nun die Gesamtverantwortung für unser stark wachsendes DACH-Geschäft. Ich habe die schöne Aufgabe, das ganze Thema Payment gemeinsam mit dem Markt weiter zu gestalten, und die schöne Herausforderung, unser zweiseitiges Netzwerk von Händlern und Verbraucherkunden weiter wachsen zu lassen.
Welche Bedeutung hat der deutsche Markt für PayPal?
Luhnen:
Der deutsche Markt ist für PayPal sehr wichtig, Deutschland ist für uns Markt Nummer drei hinter den USA und Großbritannien. Wir haben hier mit 20,5 Millionen Kundenkonten eine sehr gute Position.
Trotzdem besteht noch sehr viel Wachstumspotenzial. Denn es gibt auch noch rund 40 Millionen Online-Shopper in Deutschland, die noch nicht mit PayPal bezahlen. Das Gleiche gilt für die Händlerseite: Viele Händler nutzen PayPal schon, aber wir möchten, dass sie neben dem reinen Bezahl-Button weitere Services und umfangreichere Lösungen von uns anbinden können, etwa PayPal Plus. Von daher gibt es noch echt viel zu tun.

PayPal außerhalb des E-Commerce

Sie sagen, 40 Millionen Online Shopper bezahlen noch nicht mit PayPal. Was möchten Sie tun, um das zu ändern?
Luhnen:
Wir sind bislang sehr stark im Bereich E-Commerce. Daneben werden wir immer stärker außerhalb des klassischen E-Commerce tätig. Wir gehen gezielt in völlig neue Kontexte, um dort neue Kunden zu gewinnen.
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Ein Thema ist zum Beispiel E-Government. So können Sie in Kaiserslautern Ihr Knöllchen oder in Niedersachsen die Hundesteuer schon mit PayPal bezahlen. Auch im öffentlichen Personennahverkehr machen wir Fortschritte, neu dabei sind etwa die Berliner Verkehrsbetriebe. Und Sie finden PayPal mittlerweile auch an der Tankstelle. Über eine Kooperation mit Shell können Autofahrer ihre Tankrechnung mit PayPal bezahlen.
Ein weiterer Bereich ist das Thema Peer-to-Peer-Payment, also das Bezahlen zwischen Privatpersonen. Da waren wir sehr früh mit dabei, und auch darüber gewinnen wir sehr viele neue, vor allem auch junge Kunden, die dann später im E-Commerce mit PayPal einkaufen.
Wie groß ist denn hier die tatsächliche Akzeptanz bei Ihren Kunden?
Luhnen:
Ich darf hier keine konkreten Zahlen nennen. Ich kann Ihnen aber sagen, dass die Akzeptanz fantastisch ist. Ein sehr großer Anteil unserer bestehenden Kunden nutzt den Service, und wir gewinnen eben auch sehr viele Neukunden darüber - weil es eine sehr schöne Experience ist. Die Einfachheit des kostenlosen Angebots bringt auch viele Kunden dazu, ihr PayPal-Konto zu reaktivieren.
Und seit November 2017 bieten wir mit Moneypool auch eine Lösung für Gruppenzahlungen an. Da waren unsere deutschen Kunden vom Start weg im europäischen Vergleich an der Spitze.
Sie haben die Kooperation mit Shell angesprochen, bei der die Tankrechnung mobil bezahlt werden kann. Nun sind in Deutschland Anbieter wie Google Pay, die Sparkassen und auch die Volksbanken mit Mobile-Payment-Lösungen gestartet. Und dann ist da ja auch noch Apple Pay. Welche Veränderungen im Payment-Markt erwarten Sie durch diese Entwicklung?
Luhnen: Mobile Payment ist ja schon sehr lange ein Trend. Was das mobile Online-Shoppen angeht, da sind wir schon sehr weit und das läuft wunderbar mit den vorhandenen Lösungen.



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